Nato, Frauen, Mexiko: Die gesammelten Worte von Donald Trump

Donald Trump hat die US-Präsidentenwahl für sich entschieden. Seine Sprüche, seine Agenda, seine Einschätzung der politischen und wirtschaftlichen Lage und generelle Standpunkte zusammengefasst
12.11.2016 09:44
Donald Trump in seiner Siegesrede am 9. November.
Donald Trump in seiner Siegesrede am 9. November.
Bild: Bloomberg

Der siegreiche Donald Trump nahm im Wahlkampf kein Blatt vor den Mund. Hier ein Überblick über seine Positionen zu wichtigen Themen:

NATO

Zum amerikanischen Beitrag in der Allianz: "Wir zahlen in unverhältnismäßiger Weise. Es ist zuviel und offen gesagt, war es eine andere Welt, als wir die Idee (der Nato) entwickelt haben... Wir müssen es neu überdenken. Die Nato behalten, aber vielleicht viel weniger an die Nato bezahlen."

Zu polnischen Sorgen, Trump könnte der Nato Unterstützung entziehen: "Wir sehen uns einem starken Polen verpflichtet, sehr verpflichtet, vollkommen verpflichtet, und ein starkes Ost-Europa ist ein Bollwerk für Frieden und Sicherheit... Wir wollen eine starke Nato, was bedeutet, dass wir wollen, dass weitere Staaten dem Beispiel Polens folgen. Wenn alle den gleichen Beitrag leisten wie Polen, werden unsere Verbündeten sicherer sein." Trump hatte erklärt, dass alle Mitglieder der Allianz ihren Nato-Beitrag auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes erhöhen müssten. Andernfalls müssten sie selbst für ihre Sicherheit sorgen.

Ungeachtet der Drohung erklärte Trump, er werde im Kampf gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) an der Seite der Nato stehen: "Wir werden bei dieser neuen Mission eng mit der Nato zusammenarbeiten." Er werde einen "militärischen, einen Cyber- und einen Finanzkrieg" gegen die Extremisten entfachen. "Wir werden den radikalen islamischen Terrorismus besiegen so wie wir bislang jede Bedrohung besiegt haben."

RUSSLAND

Über den russischen Präsidenten Wladimir Putin: "Ich liebe Putin nicht, ich hasse ihn nicht. Wir werden sehen, wie es läuft. Wir werden sehen... Vielleicht haben wir eine gute Beziehung. Vielleicht haben wir eine schreckliche Beziehung. Vielleicht haben wir eine Beziehung genau dazwischen."

"Er (Putin) hat gesagt, ich sei brillant. Das zeugt von einer gewissen Cleverness."

ISRAEL

Trump spricht sich für enge Beziehungen zu Israel aus. Unter seiner Führung würden die USA "Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt des Staates Israel anerkennen". Trump hatte zuvor erklärt, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. "Meine Regierung wird Seite an Seite stehen mit dem jüdischen Volk und der israelischen Führung, um die Verbindungen zu stärken, die nicht nur die jüdischen Amerikaner und die Israelis verbinden, sondern auch alle Amerikaner und Israelis... Gemeinsam werden wir Amerika und Israel wieder sichermachen."

Nach einem Gespräch mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu über den Atom-Vertrag mit dem Iran: "Glauben Sie mir, Netanjahu ist nicht glücklich und zufrieden damit." Atomwaffen seien die größte Bedrohung für die Welt, nicht die globale Erwärmung. Trump hatte angekündigt, die Atom-Vereinbarung mit dem Iran rückgängig zu machen.

Mit Blick auf Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern: "Wenn die Palästinenser an den Verhandlungstisch kommen, müssen sie wissen, dass die Verbindung zwischen den USA und Israel unzerstörbar ist... Wenn sie an den Verhandlungstisch kommen, müssen sie akzeptieren, dass Israel ein jüdischer Staat ist und für immer als jüdischer Staat existieren wird."

Bei einem Besuch in Jerusalem: "Ich liebe die Menschen in diesem Raum. Ich liebe Israel. Ich liebe Israel."

DEUTSCHLAND

Nach den Vorfällen der Silvesternacht in Köln schrieb Trump auf seiner Facebook-Seite: "Deutschland leidet unter massiven Attacken auf seine Bürger durch Migranten, denen die Einreise erlaubt wurde. Der Jahreswechsel war ein Desaster. Denkt nach!" In dem Zusammenhang hatte er seiner Rivalin Hillary Clinton vorgeworfen, sie wolle "die Angela Merkel Amerikas" werden.

Später wird er in Medien mit den Worten zitiert, Deutschland drohe ein radikalislamischer Terrorismus, und ließ zu dem Thema ein Wahlkampfspot drehen. Selbst hatte Trump im Vorwahlkampf ein Einreise-Verbot für Muslime gefordert.

NORDKOREA

Trump kündigte im Mai an, mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un über die Lösung des Atomkonflikts sprechen zu wollen: "Ich würde mit ihm reden, ich habe absolut kein Problem damit." Um das Land zu einem Stopp des Atomprogramms zu bewegen, werde er sich an Nordkoreas Verbündeten China wenden: "Ich würde eine Menge Druck auf China ausüben, weil wir wirtschaftlich enorme Macht über China haben... China kann das Problem mit einem Treffen oder einem Telefonat lösen."

Später schloss ein Berater Trumps ein kurz- oder mittelfristig angesetztes Treffen mit Kim aus.

MEXIKO

"Wenn Mexiko seine Leute rüberschickt, dann schicken sie nicht ihre Besten. Sie schicken Leute, die viele Probleme haben. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen...

Ich werde eine große Mauer bauen - und niemand baut Mauern besser als ich, glauben Sie mir - und ich baue sie sehr kostengünstig. Ich werde eine große, große Mauer an unserer südlichen Grenze bauen und ich werde Mexiko für diese Mauer bezahlen lassen."

KLIMA

Trump hat angekündigt, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen. Er sei "kein großer Fan" der Vereinbarung. "Ich werde sehr, sehr genau darauf schauen und mindestens werde ich diese Abmachungen neu verhandeln, mindestens... Diese Vereinbarungen sind einseitig und schlecht für die USA."

US-NOTENBANK FED

Trump wirft Fed-Chefin Janet Yellen vor, unter der Fuchtel Obamas zu stehen und den Leitzins künstlich niedrig zu halten: "Er bleibt bei null, weil sie offensichtlich politisch agiert und das tut, was Obama von ihr will." Yellen solle sich dafür "schämen", was sie dem Land antue. Er sei "kein Feind" von Yellen, sagte er bei anderer Gelegenheit. "Ich bin niemand, der denkt, dass Janet Yellen schlechte Arbeit leistet."

BANKENREGULIERUNG

Trump hat sich dafür ausgesprochen, die nach der Finanzkrise erlassenen Reformen zur Bankenregulierung, die sogenannten Dodd-Frank-Gesetze, fast vollständig aufzuheben. "Dodd-Frank hat einen sehr negativen Einfluss und hat einen sehr schlechten Ruf." Die Aufsichtsbehörden erhielten dadurch so viel Macht, dass die Banken nicht richtig funktionieren könnten. "Das macht es schwer für Banker, Menschen Geld zu leihen, um Arbeitsplätze zu schaffen."

FRAUEN

Trump beschreibt in einer Aufzeichnung im Jahr 2005, die offenbar ohne sein Wissen gemacht wurde, wie er versucht, bei Frauen zu landen: "Ich fange einfach an, sie zu küssen... Ich warte nicht einmal... Und wenn Du ein Star bist, dann lassen sie Dich das auch tun. Du kannst alles machen... Du kannst sie überall anfassen." Später zur Entschuldigung: "Das war wie lockeres Männergerede in einer Umkleidekabine." 

(Reuters)