Nein gibt "nötigen zeitlichen Spielraum" für neue Energiepolitik

Bern (awp/sda) - Wirtschafts- und Interessenverbände sind erfreut über die "klare Ablehnung der Atomausstiegsinitiative". Economiesuisse interpretiert das Nein als Votum für eine sichere Stromversorgung und eine starke inländische Energieproduktion.
27.11.2016 15:19

An diesen Eckwerten müsse sich die Energiepolitik der Schweiz auch zukünftig orientieren, teilte der Wirtschaftsdachverband am Sonntag mit. Ein Umbau der Schweizer Energieversorgung müsse aus Sicht der Wirtschaft flexibel und mit marktwirtschaftlichen Instrumenten angegangen werden.

Das Nein verschaffe der Schweiz nun den nötigen zeitlichen Spielraum, um die anspruchsvolle Neuausrichtung der Energiepolitik aufzugleisen. Über seine Haltung zur Energiestrategie 2050 äusserte sich der Verband am Sonntag nicht.

HALTUNG ZUR ENERGIESTRATEGIE OFFEN

Weder er noch der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) unterstützen die Unterschriftensammlung der SVP für ein Referendum. Wie sich die Verbände im Abstimmungskampf positionieren werden, ist offen, aber entscheidend für den Ausgang einer allfälligen Abstimmung.

Auch der sgv freute sich über die "deutliche Abfuhr" für die Initianten der Atomausstiegsinitiative. Das Schweizer Volk habe sich für die "Sicherheit und für die Klimaneutralität des Schweizer Strom-Mix entschieden". Es habe sich für Versorgungssicherheit und "die strategische Ausrichtung der Energiepolitik" entschieden.

Anders als economiesuisse und sgv unterstützt GastroSuisse das SVP-Referendum gegen die Energiestrategie 2050. Entsprechend erfreut zeigte sich der Verband über das Abstimmungsresultat: "Das Gastgewerbe kann aufatmen, denn die negativen Folgen einer Sofortabschaltung der Kernkraftwerke sind abgewendet."

Auch der Hauseigentümerverband (HEV) ist froh, dass mit dem Nein ein grosser volkswirtschaftlicher Schaden abgewendet wurde und ihre bisherige Autonomie in der Stromversorgung beibehalten kann. "Der HEV Schweiz ist überzeugt davon, dass der Umbau der Schweizer Stromversorgung genügend Zeit braucht und langfristig geplant werden muss.

(AWP)