Nestlé-CEO Paul Bulcke kritisiert Schweizer Politik

Der bald abtretende Nestlé-CEO Paul Bulcke ist unzufrieden mit der Schweizer Politik.
14.08.2016 17:51
Nestlé-CEO Paul Bulcke.
Nestlé-CEO Paul Bulcke.
Bild: Bloomberg

Er kritisiert das Tempo in Sachen Personenfreizügigkeit mit der EU. Zudem fragt er sich angesichts des starken Frankens, ob Nestlé in Zukunft noch Produktionsstätten in der Schweiz bauen werde.

"Wir haben jeden Tag weniger Zeit, um die Lösung zu finden", sagte Bulcke in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" zum Thema Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. "Da ist die Regierung gefordert, die Sicherheit zurückzubringen."

Für Investitionen in der Schweiz sprechen laut dem CEO die nach wie vor hohe Produktivität und die Rechtssicherheit. Der starke Franken helfe aber nicht, wenn es um künftige Investitionen geht. "Wir haben noch letztes Jahr das dritte Nespresso-Werk hier in der Schweiz eingeweiht, es fragt sich, ob wir das nächste Werk auch hier eröffnen", so Bulcke.

Seine eigene Leistung als Konzernchef bilanziert er positiv: "Man ist nie zufrieden", sagte er zwar. Nestlé habe in den letzten Jahren aber stets steigende Umsätze ausgewiesen.

Dass mit Ulf Mark Schneider Anfang 2017 ein Externer die CEO-Nachfolge übernimmt, habe mehrere Gründe. Er trage die Werte von Nestlé mit. "Er ist sehr nahe am Nestlé-Style", so Bulcke. Für ihn gesprochen habe zudem seine lange Führungserfahrung.

Nicht äussern wollte sich Bulcke, der im nächsten Jahr das Verwaltungsratspräsidium übernehmen soll, zur Beteiligung an L'Oréal und zu den genauen Kosten des Maggi-Nudel-Skandals in Indien.

(AWP)