Neue EU-Kommissare - Die wichtigsten Personalien in der neuen EU-Kommission

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will mit der Besetzung der Top-Jobs in ihrer Behörde vor allem die Themen Klimawandel und Digitales angehen.
15.09.2019 05:39
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin.
Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin.
Bild: Bloomberg

Am Dienstag stellte die CDU-Politikerin ihr Team in Brüssel vor. Zustimmen muss dem Gremium mit 27 Mitgliedern noch das EU-Parlament, bevor die Arbeit am 1. November offiziell beginnt. Hier eine Auswahl der wichtigsten Personalentscheidungen:

Frans Timmermans, Vizepräsident, Klimawandel

Der 58-jährige spricht sechs Sprachen und war bereits Vizepräsident der noch amtierenden Kommission. In der Öffentlichkeit ist der Niederländer vor allem für seinen Einsatz für die Einhaltung von Recht und Gesetz in Staaten Osteuropas bekannt. So ging er wiederholt gegen die Justizreformen in Polen und Ungarn vor. Das Vorgehen machte ihn in der Region sehr unbeliebt. Im Gegenzug blockierten Osteuropäer auf einem Gipfel im Sommer seinen Griff nach der Spitze der EU-Kommission.

Margrethe Vestager, Vizepräsidentin, Digitaler Wandel und Wettbewerb

Die 51-jährige Dänin ist eines der prominentesten Mitglieder der abtretenden Juncker-Kommission. Zuständig für die Einhaltung der Wettbewerbsregeln, kam sie vor allem durch Verfahren gegen Silicon-Valley-Riesen wie Apple und Google in die Schlagzeilen. Vestager leitete die Sozialliberale Partei ihres Landes, war Wirtschafts- und Innenministerin und Hauptkraft hinter den ökonomischen Reformen der Regierung der damaligen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. Spekuliert wird, dass Vestager als Vorbild diente für die fiktive Ministerpräsidentin Birgitte Nyborg in der dänischen Polit-Erfolgsserie "Borgen".

Sylvie Goulard, Binnenmarkt und Verteidigung

Die 54-Goulard ist in Brüssel bereits allseits bekannt. Als Mitglied des EU-Parlaments für Frankreich von 2009 bis 2017 spielte sie eine Schlüsselrolle bei der EU-Finanz- und Bankengesetzgebung. Die 54-jährige spricht fliessend Englisch, Deutsch und Italienisch. Mit Deutschland kennt sie sich bestens aus: 1989 arbeitete sie in einem Rechtsteam des französischen Aussenministeriums an der Wiedervereinigung mit. Der französische Präsident Emmanuel Macron holte sie 2017 als Verteidigungsministerin in sein Kabinett. Sie trat wenig später wegen eines Skandals zurück. Zuletzt war sie stellvertretende Gouverneurin der französischen Zentralbank.

Paolo Gentiloni, Wirtschaft

Der 64-jährige stieg 2016 vom Aussenminister zum italienischen Ministerpräsidenten auf. Damals als unpolitischer Verwalter gesehen, boxte er in den eineinhalb Jahren seiner Amtszeit schwierige Reformen wie etwa im Gesundheitswesen durch. Er spricht fliessend Englisch, Französisch und Deutsch und ist Mitglied der sozialdemokratischen PD.

Phil Hogan, Handel

Hogan war zuvor fünf Jahre Agrarkommissar und in dem Job massgeblich an der Aushandlung eines Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten beteiligt. Der 59-Jährige geniesst in der irischen Politik hohes Ansehen für seine Fähigkeit, Koalitionen zu bilden. Als oberster EU-Handelsvertreter wird er nach dem Brexit auch für die Gespräche mit Grossbritannien über einen Handelsvertrag zuständig sein.

(Reuters)