Neue Griechenland-Milliarden sollen pünktlich fliessen

BRÜSSEL (awp international) - Neue Milliardenhilfen für das hoch verschuldete Griechenland sollen pünktlich in der zweiten Monatshälfte fliessen. Das verlautete am Donnerstag aus Brüsseler EU-Kreisen. Nach rund zweiwöchigen Verhandlungen hätten Athen und seine Geldgeber letzte Hürden überwunden.
09.06.2016 14:16

Die Europartner hatten Ende Mai eine neue, von Athen dringend benötigte Auszahlung von 10,3 Milliarden Euro beschlossen. 7,5 Milliarden Euro davon sollen nach dem Plan der Eurogruppe noch im Juni nach Athen überwiesen werden.

Die Europartner forderten für die Auszahlung kleinere Korrekturen bei neuen griechischen Gesetzen, beispielsweise bei der Rentenreform. Athen habe nun die Hausaufgaben erledigt, hiess es. Mit einer Zustimmung der Eurostaaten auf der Ebene der Finanzstaatssekretäre werde gerechnet. Dann müssen noch mehrere nationale Parlamente grünes Licht geben - in Deutschland ist der Haushaltsausschuss des Bundestages gefragt.

Die griechische Regierung von Linkspremier Alexis Tsipras hatte Rentenkürzungen und eine Einkommensteuerreform durch das Parlament gebracht und damit die Basis für die Milliarden-Kredite aus dem Euro-Rettungsschirm ESM gelegt.

2015 hatten sich Athen und die internationalen Geldgeber auf ein neues Rettungsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro verständigt. Das Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. Ohne neue Hilfszahlungen droht der Staatsbankrott./cb/DP/mis

(AWP)