Dank neuen Medikamenten - Höherer Erlös im Schweizer Medikamentenmarkt

Der Medikamentenmarkt in der Schweiz ist im letzten Jahr stark gewachsen.
28.01.2017 11:18
Tabletten von Roche.
Tabletten von Roche.
Bild: Bloomberg

 Der Medikamentenmarkt in der Schweiz ist im letzten Jahr 4,7 Prozent auf rund 5,6 Mrd Franken gewachsen. Der Zuwachs ist vor allem auf neue Krebsmedikamente und Präparate für Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose zurückzuführen.

Der Markt der kassenpflichtigen Medikamente - also derjenigen Präparate, die von der Grundversicherung vergütet werden - wuchs dabei im Vergleich zum Vorjahr um 5,9% auf rund 4,69 Mrd CHF. Dies geht aus einer Erhebung des amerikanischen Forschungsinstituts QuintilesIMS bei Pharmaunternehmen, Grossisten, Ärztelieferanten und Apotheken hervor.

Mengenmässig blieben die Medikamentenverkäufe mit einem leichten Plus von 0,3% auf insgesamt 187,5 Millionen verkaufte Packungen in etwa auf Vorjahresniveau, wie Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, am Freitag mitteilte.

Der Bund hatte im letzten Jahr wegen Verordnungsänderungen keine Preissenkungen verfügt. Preissenkungen aus den Vorjahren haben das Umsatzergebnis aber um 1,0% geschmälert. Diese Preissenkungen wurden aber von der Einführung von neuen, innovativen Medikamenten sowie vor allem durch tendenziell teurere Präparaten, die vor 2016 auf den Markt kamen, kompensiert, schreibt der Fachverband.

Neue Krebsmedikamente

Während 2015 das Marktwachstum in erster Linie auf neue Medikamente gegen Hepatitis C zurückzuführen war, lag der Anstieg im letzten Jahr hauptsächlich auf neuen Krebstherapien (+15,7%).

Ebenfalls gestiegen sind die Umsätze bei Präparaten gegen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (+10,3 Prozent). Rückläufig entwickelte sich allerdings die Gruppe der antiviralen Mittel (insbesondere Medikamente gegen Hepatitis C), deren Marktvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 9% abgenommen hat.

Wachsender Generikamarkt

Der gesamte generikafähige Markt, bestehend aus Generika, patentabgelaufenen Originalpräparaten und patentabgelaufenen Medikamenten, von denen es aber keine Generika gibt, setzte ebenfalls mehr um. Der Erlös belief sich auf rund 1,85 Mrd CHF um (+4,8%).

Er machte damit knapp 40% des gesamten kassenpflichtigen Markts aus, während der Marktanteil der patentgeschützten Medikamente bei gut 50% lag. Letztere verzeichneten gegenüber 2015 ein Wachstum von 6,6%.

Bei den Generikas wuchs der Umsatz um rund 5,7% auf 666,4 Mio CHF. Bei den patentabgelaufenen Originalpräparaten mit einem Marktvolumen von 707,1 Mio CHF betrug das Wachstum 11,5%.

Preissenkungen zu erwarten

Wegen eines Bundesgerichtsentscheids und der daraus geforderten Verordnungsänderungen bei der periodischen Preisüberprüfung senkte der Bund die Medikamentenpreise im vergangenen Jahr nicht. So muss der Bund künftig auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zu anderen Arzneimitteln mit ähnlicher Wirkung berücksichtigen und darf sich nicht nur auf Auslandspreise beziehen.

Ab diesem Jahr können die Patienten aber wieder mit Preissenkungen rechnen. Die Gruppe der Krebsmedikamenten werde im kommenden Herbst die erste sein, deren Preise überprüft werden, lässt sich Interpharma-Geschäftsführer ad interim, Heiner Sandmeier, zitieren.

(AWP)