New Mexico verklagt Takata und 15 Autobauer wegen defekter Airbags

Im Skandal um defekte Airbags des Herstellers Takata hat der US-Bundesstaat New Mexico Klage gegen den Zulieferer und 15 Autobauer eingereicht. Das teilte Generalstaatsanwalt Hector Balderas mit. Er beschuldigt die Unternehmen, die Risiken der mangelhaften Airbags gekannt und falsch dargestellt zu haben. Balderas fordert das "Höchstmass der gesetzlichen Strafen".
25.01.2017 21:53

Die Klage richtet sich neben Takata gegen Honda , Ford , Toyota , BMW , Mazda , Subaru, Mitsubishi, Nissan , Fiat Chrysler , Volkswagen , Audi , Ferrari, General Motors , Jaguar und Mercedes-Benz USA. Sprecher von Takata, GM und VW wollten das Thema auf Nachfrage nicht kommentieren. Von Daimler hiess es, man halte die Klage mit Bezug auf Mercedes-Benz für unbegründet und werde sich mit allen Rechtsmitteln dagegen wehren. Die anderen Unternehmen äusserten sich zunächst nicht.

Defekte Takata-Airbags, die zu kräftig auslösen, Teile der Metallverkleidung sprengen und durch den Fahrzeuginnenraum schleudern können, machen der Autoindustrie schon lange zu schaffen. In den USA wurde deshalb der Rückruf von 42 Millionen Fahrzeuge angeordnet. Die US-Verkehrsaufsicht geht von mindestens elf Todesfällen und 184 Verletzten im Zusammenhang mit dem Problem aus.

Die am Dienstag (Ortszeit) publik gemachte Klage in New Mexico folgt nur wenige Tage nach einem Vergleich zwischen Takata und dem US-Justizministerium, bei dem das Unternehmen kriminelle Vergehen eingestanden und Strafen in Höhe von einer Milliarde Dollar akzeptiert hatte. Von einer Mittäterschaft der Autobauer war dabei allerdings keine Rede. Im Gegenteil hiess es bei dem Vergleich, dass Takata auch die Abnehmer seiner Airbags mit gefälschten Ergebnissen von Sicherheitstests getäuscht habe.

Wegen mangelnder Kooperation im Airbag-Skandal hatte die US-Verkehrsaufsicht NHTSA Takata bereits im November 2015 ein Bussgeld in Höhe von bis zu 200 Millionen Dollar aufgebrummt. Es war die bis dato höchste Strafe in der Geschichte der Behörde. Takata musste 70 Millionen Dollar sofort in bar zahlen. Weitere 130 Millionen wurden angedroht, falls sich das Unternehmen nicht an Vereinbarungen hält oder es weitere Verstösse gegen Sicherheitsvorschriften gibt./hbr/DP/he

(AWP)