Nigerianische Ölrebellen im Nigerdelta verkünden Waffenstillstand

Warri (awp/sda/afp) - In Nigeria hat die Rebellengruppe Rächer des Nigerdeltas (NDA) nach monatelangen Angriffen einen Waffenstillstand ausgerufen. In einer am Samstagabend auf ihrer Internetseite veröffentlichten Erklärung versichert die Gruppe, sie werde die Feindseligkeiten im Nigerdelta einstellen.
21.08.2016 13:03

Sie sei bereit, Verhandlungen mit der nigerianischen Regierung aufzunehmen. Sie werde auch jede Bemühung unterstützen, mit "Vertretern der Heimatländer aller multinationalen Ölgesellschaften und neutralen internationalen Vermittlern" zu verhandeln.

Im Gegenzug solle die Regierungsseite aufhören, "unschuldige Bürger zu verhaften, einzuschüchtern und zu drangsalieren". Insbesondere die Invasion von Gemeinden der Ijaw müsse aufhören, heisst es in der Erklärung.

Aus der Volksgruppe der Ijaw, die sich durch die Zentralregierung in Abuja um den Ölreichtum in ihrer Heimat betrogen sieht, werden seit langem die meisten Guerillakämpfer rekrutiert.

Die Rächer des Nigerdeltas verübten seit Jahresbeginn eine Reihe verheerender Anschläge auf Pipelines und Anlagen von Ölkonzernen, darunter von Shell, Exxon, Chevron, Eni und des nigerianischen Staatsunternehmens NNPC. Die Rebellenorganisation verlangt unter anderem Selbstbestimmung und politische Autonomie sowie einen grösseren Anteil des Ölreichtums für die Bevölkerung des Nigerdeltas.

Durch die Sabotageakte wurde die Produktion im grössten Ölförderland auf dem afrikanischen Kontinent empfindlich gestört. Die Einnahmen aus dem Ölsektor machen 70 Prozent der Staatseinnahmen und 90 Prozent aller Exporteinnahmen des westafrikanischen Landes aus.

(AWP)