Nikkei wird Rally bald wieder aufnehmen

Nach der heftigen Kurskorrektur am japanischen Aktienmarkt zeigt der Börsen-Trend bereits wieder nach oben. Worauf Anleger bei japanischen Titeln achten sollten.
24.05.2013 11:45
Von Frédéric Papp
Anlageprofis sind zuversichtlich, dass die Japan-Rally bald wieder an Schwung gewinnt.

Nach dem in Punkten grössten Kursrutsch des japanischen Leitindexes Nikkei seit 13 Jahren am Donnerstag stieg das Börsenbarometer wieder knapp ein Prozent. Eröffnet hatte der Nikkei mit einem satten Plus von 3,7 Prozent. Die starken Kursschwankungen sind Ausdruck von Nervosität unter den Börsianern.

Die massive Korrektur wird unter Marktkennern als gesund eingeschätzt. Der Nikkei hat sich seit seinem Tiefpunkt vor rund einem Jahr beinahe gradlinig um 86 Prozent auf 15'627 Zählern erhöht. Allein im aktuellen Jahr klettert der Index um 40 Prozent. Und in den kommenden Monaten dürfte es weiter nach oben gehen.

Die japanischen Aktien dürften kurzfristig weiter volatil tendieren und möglicherweise noch etwas mehr korrigieren, schreiben die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrem aktuellen "Daily Market Report". "Wir erwarten mittelfristig weiteres Kurspotenzial am Aktienmarkt Nippons", so die ZKB. Auch Martin Hüfner, Chefökonom von Assénagon Asset Management, ist zuversichtlich: Das Potenzial sei bei weitem noch nicht ausgereizt, schreibt er in seinem aktuellen Wochenkommentar.

Kurspotenzial bis 25'000 Punkte

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass in der Tat noch viel Raum nach oben besteht. 1990 erreichte der Nikkei den Spitzenwert von 38'000 Punkten. Allerdings war dies eine Blase, die in der Folge auch zu Recht platzte. Kursniveaus von 20'000 bis 25'000 Punkten seien im langfristigen Vergleich jedoch nicht übertrieben, so Hüfner. Am Freitag schloss der Nikkei-Index bei gut 14'600 Punkten.

Die deutliche Abschwächung des Yens gegenüber Dollar und Euro war in den vergangenen Monaten der Haupttreiber für die Hausse. Vor allem Exportwerte profitieren überdurchschnittlich von der Yen-Schwäche. Mittelfristig erwarten die ZKB-Analysten eine weitere Abschwächung des Yens. Die Überwindung der durch Deflation geprägten wirtschaftlichen Misere steht ganz oben auf der Agenda der neuen japanischen Regierungsmannschaft.

Die japanische Notenbank will die Geldschwemme - zwecks Überwindung der jahrelangen Deflation - in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Dazu kauft die Notenbank verstärkt Staatsanleihen. Ziel ist eine Inflation von 2 Prozent. Unterstützt wird der japanische Aktienmarkt auch vom Fiskalprogramm der Regierung. Diese verkündete ein Wirtschaftspaket von umgerechnet 100 Milliarden Franken – angesichts des rekordhohen Schuldenstand Japans nicht unproblematisch.

Strukturreformen bislang nicht umgesetzt

Zu den beiden Massnahmen muss aber noch ein zusätzliches Element hinzukommen, um Japan nachhaltig aus der Rezession zu führen. Die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt muss dringen Strukturreformen angehen, sprich die Öffnung der Märkte in der Landwirtschaft und eine Erhöhung des Wettbewerbs auf den Güter- und Arbeitsmärkten forcieren. Gelingt dies nicht, dann drohe ein Fiasko, warnt Hüfner. Bislang ist diesbezüglich noch nichts geschehen.

Für risikobewusste Anleger, die sich vor kurzfristigen Kursrücksetzern nicht fürchten und an die Trendwende Japans glauben, gibt es diverse Investitionsmöglichkeiten: Nicht ratsam ist ein Kauf von Einzeltitel. Denn hier besteht das Risiko, dass Kursgewinne auf Aktien von den Währungsverlusten wieder weggefressen werden. Als Alternative bieten sich währungsgesicherte Zertifikate und Indexfonds an. Die Auswahl ist aber relativ dünn.

 

Ausgewählte ETF und Zertifikate auf japanische Aktien

Name Valor Währung Kurs Laufzeit Performance 1 Jahr
JB Japan Export Basekt 12423058 CHF 121,10 31.01.2014 57,2 %
CLEU Japanese Shares Basket 12615415 CHF 113,70 24.03.2014 54,1 %
Credit Suisse Nikkei 225 ETF 10737065 GBP 83,34 open end 71,0 %
ComStage Nikkei 225 4561428 CHF 11,30 open end 36,6 %
iShares MSCI Japan Monthly CHF Hedged 19328344 CHF 37,90 open end 52,8 %

Stand: 24. Mai 2013, Quelle: cash.ch