Noch dieses Jahr - US-Notenbanker plädieren für weitere Zinsschritte

Führungsmitglieder der US-Notenbank Fed haben sich angesichts der guten Verfassung der amerikanischen Wirtschaft für weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr ausgesprochen.
30.03.2017 06:56
Das «Marriner S. Eccles Federal Reserve Building in Washington», Sitz, der US-Notenbank.
Das «Marriner S. Eccles Federal Reserve Building in Washington», Sitz, der US-Notenbank.
Bild: Bloomberg

Ein weiterer Schritt oder zwei seien unter diesen Umständen nach seiner Einschätzung denkbar, sagte der Chef des Fed-Ablegers von Chicago, Charles Evans, am Mittwoch auf einer Finanzveranstaltung in Frankfurt. Die US-Notenbank habe Fortschritte auf dem Weg hin zu ihren Zielen Preisstabilität und Vollbeschäftigung erzielt

Evans' Kollege vom Fed-Bezirk Boston, Eric Rosengren, hält sogar drei weitere Zinsschritte in diesem Jahr für sinnvoll. "Das Basis-Szenario (für 2017) wären angesichts der starken Wirtschaft vier Straffungen", sagte Rosengren. Der Chef des Fed-Ablegers von San Francisco, John Williams, schloss mehr als drei Zinssschritte im laufenden Jahr nicht aus. Ein graduelles Anziehen der Zinsschraube "verhindert eine Überhitzung der Wirtschaft", argumentierte er. Die Fed könnte auch ihren Anleihenbestand von 4,5 Billionen Dollar nach den Zinserhöhungen in diesem Jahr verringern.

Im Februar betrug die US-Erwerbslosenquote 4,7 Prozent, womit faktisch das Vollbeschäftigungsziel der Fed erreicht wurde. "Und die Inflationsaussichten haben sich verbessert, obgleich wir noch nicht ganz unser symmetrisches Inflationsziel von zwei Prozent ereicht haben", sagte Evans.

Die Fed hatte vor zwei Wochen erstmals in diesem Jahr die Zinsen angehoben und will weiter nachlegen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld liegt nun mit 0,75 bis 1,0 Prozent auf dem Niveau vom Herbst 2008, als die weltweite Finanzkrise weltweit ihren Höhepunkt erreichte. "Nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Fundamentaldaten solide sind", sagte Evans.

Zwei Zinsanhebungen insgesamt 2017 - das scheine "ziemlich sicher" zu sein. Drei könnten auch funktionieren, wenn der Ausblick zuversichtlicher sei. Sollte sich die Wirtschaft sogar noch besser entwickeln, könnten auch insgesamt vier Schritte 2017 herauskommen. Der Notenbanker hält es zudem für möglich, dass durch die Haushaltspolitik der neuen US-Regierung von Präsident Donald Trump das Wachstum für eine Zeit verstärkt werden könnte.

(Reuters)