Noch keine formellen Gespräche zwischen London und der EFTA

Genf (awp/sda) - Die EFTA-Länder haben nach dem Brexit formell noch keinen Kontakt mit Grossbritannien aufgenommen. Ein Beitritt des Landes zur Wirtschaftsunion ist jedoch nicht ausgeschlossen.
21.11.2016 14:50

"Es gibt keinen formellen Kontakt" mit der britischen Regierung, sagte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann gegenüber der Nachrichtenagentur sda am Montag in Genf. In der Rhonestadt findet zurzeit ein Ministertreffen der EFTA-Länder statt. Als Bedingung für formelle Gespräche nannte Schneider-Ammann die Klärung der Position der Briten gegenüber der EU.

Zurzeit stelle sich die Frage eines Beitritts Grossbritanniens zur EFTA jedoch nicht, sagte der Bundespräsident. "Mittelfristig könnte sie sich jedoch stellen." Die Minister der EFTA-Mitgliedsländer hätten dabei sämtliche Möglichkeiten bereits diskutiert. Darüber informieren wollen sie jedoch erst, wenn Grossbritannien Klarheit geschaffen hat.

Informelle Kontakte dagegen bestehen bereits. So hat Schottland in Liechtenstein um Informationen über die EFTA nachgesucht, wie die liechtensteinische Aussenministerin Aurelia Frick bestätigt.

ABKOMMEN MIT MERCOSUR GEPLANT

Ein weiteres Dossier der Ministerrunde in Genf sind die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Indien. Ein Streitpunkt dabei ist der Schutz des geistigen Eigentums. Die Pharmaindustrie wünscht sich hier weitergehende Garantien.

Die Aussichten auf ein Abkommen sind gemäss Schneider-Ammann jedoch "eher vielversprechend". Der Bundespräsident geht davon aus, dass ein Abkommen im kommenden Jahr zustande kommen könnte.

Ein weiteres Thema an der EFTA-Konferenz sind mögliche Verhandlungen mit der südamerikanischen Wirtschaftsunion Mercosur. Die EFTA-Staaten erhoffen sich, dass sie bereits am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos (WEF) entsprechende Vorgespräche mit den Mercosur-Ländern führen können.

(AWP)