Nord Stream 2 legt Teile der geplanten Ausgleichsmassnahmen auf Eis

Im Streit um die Ausgleichsmassnahmen für den Bau der Ostseepipeline hat das Unternehmen Nord Stream 2 einen Teil seiner Pläne auf Eis gelegt. Ein Sprecher von Nord Stream 2 sagte am Donnerstag nach der Anhörung von Bauern der Insel Rügen, dass man die Massnahme Mellnitzer-Üselitzer Wiek vorerst zurückstelle. Damit nehme man Rücksicht auf die agrarstrukturellen Belange. Die Äcker in diesem Gebiet hätten eine besonders hohe Bodenwertigkeit. Die anderen Massnahmen auf der Insel Rügen - Wreecher See, Lobber See und Ossen - würden in verkleinerter Flächenkulisse und auf Basis der Freiwilligkeit der betroffenen Landeigentümer und Landwirte weiter fortgeführt.
20.07.2017 17:48

Unabhängig davon prüfe Nord Stream 2, ob weitere geeignete Realmassnahmen zur Verfügung stehen. Welche Massnahmen dies sind liess Nord Stream 2 offen. Das Energieministerium führte am Donnerstag neben den Massnahmen auf Rügen auch die Insel Schadefähre in der Peene-Mündung als mögliches Kompensationsgebiet auf. Mit den Gebieten auf Rügen sei dies mehr Fläche als die am Ende benötigten knapp 1000 Hektar, davon 200 bis 300 Hektar Ackerflächen, hiess es aus dem Ministerium. Die Bauern auf der Insel hatten in den vergangenen Monaten scharf gegen die Nord-Stream-Pläne, der Umwandlung von Acker in Grünland, protestiert. Sie waren am Donnerstag im nicht öffentlichen Anhörungsverfahren für den Bau der 1200 Kilometer langen Pipeline gehört worden./mrt/DP/zb

(AWP)