Nordkorea feuert trotz Warnungen weitere Interkontinentalrakete ab

(Meldung ausgebaut) - Allen internationalen Warnungen zum Trotz hat Nordkorea eine weitere ballistische Rakete abgefeuert. Gemäss US-Angaben stürzte die Interkontinentalrakete nach 1000 Kilometern Flug ins japanische Meer.
28.11.2017 22:06

US-Präsident Donald Trump sei noch während des Raketentests darüber informiert worden, erklärte eine Präsidentensprecherin. Später sagte Trump, der erneute Test werde nichts an der US-Haltung gegenüber Nordkorea ändern. "Das ist eine Situation, mit der wir umgehen werden", sagte Trump zum erneuten Test.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor den Test einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete bestätigt. Das Geschoss habe keine Gefahr für Nordamerika oder verbündete Nationen dargestellt. Eine von Nordkorea aus abgefeuerte Interkontinental-Rakete könnte theoretisch US-Gebiete erreichen.

Vor der Küste Japans ins Meer gestürzt

Die Rakete war von der im Süden gelegenen Provinz Pyongang in östliche Richtung abgefeuert worden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministers Itsunori Onodera stürzte die Rakete 250 Kilometer vor der Küste Japans ins japanische Meer.

Die Rakete sei so hoch wie nie zuvor geflogen, ergänzte Onodera. Japans Regierungschef Shinzo Abe forderte nach einer Krisensitzung die Einberufung des UNO-Sicherheitsrats.

Südkoreas Militär reagierte nur fünf Minuten nach dem Raketenstart mit einer 20-minütigen Raketenübung, wie der Generalstab in Seoul nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Daran waren das Heer sowie die Luftwaffe und die Marine beteiligt. Es wurden drei Raketen abgeschossen.

Spannungen und Kriegsrhetorik

Der letzte Raketenabschuss Nordkoreas war am 15. September erfolgt. Damals hatte Pjöngjang eine Rakete über Japan hinweg geschossen, die anschliessend in den Pazifik gestürzt war. Zuvor hatte Nordkorea Ende August eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg abgefeuert.

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Raketen- und Atomwaffentests vorgenommen. Die US-Regierung drohte daraufhin wiederholt mit einem militärischen Vorgehen gegen Pjöngjang. Bei seinem ersten Auftritt vor der UNO Ende September drohte US-Präsident Trump sogar mit der "völligen Zerstörung" Nordkoreas.

Erst vor kurzem haben die USA weitere Sanktionen gegen nordkoreanische und chinesische Firmen verhängt. Präsident Trump hat Nordkorea wieder auf die Liste der Staaten gesetzt, die nach US-Ansicht den Terrorismus unterstützen. Die Regierung in Pjöngjang sprach von einer schweren Provokation. Nordkorea habe mit dem Terrorismus nichts zu tun.

US-Aussenminister Rex Tillerson hatte jüngst weiter Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts geäussert. "Viele sind der Auffassung, dass bedeutende Resultate erzielt werden", sagte Tillerson vergangene Woche über die US-Strategie des "maximalen Drucks" auf Nordkorea.

(AWP)