Nordkorea stellt Nutzen eines dritten Gipfels mit den USA in Frage

Im Streit um sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea den Nutzen eines neuen Gipfeltreffens mit den USA für die Verbesserung der Beziehungen in Frage gestellt. Der Berater des nordkoreanischen Aussenministeriums und ehemalige Chefunterhändler seines Landes in dem Konflikt, Kim Kye Gwan, gab in einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung am Freitag den USA die Schuld für den Stillstand der Verhandlungen.
27.09.2019 11:59

Kim warf der US-Regierung vor, für die Umsetzung der Vereinbarungen vom ersten Gipfel im Juni 2018 in Singapur nichts getan zu haben. Der Mangel an Fortschritten lege über "die Möglichkeit künftiger Gipfelgespräche einen Schatten".

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte beim ersten Gipfel mit US-Präsident Donald Trump seine Absicht zur "kompletten Denuklearisierung" betont. Es fehlten aber konkrete Zusagen, bis wann der international isolierte Staat sein Atomwaffenarsenal abschaffen will. Seit dem gescheiterten zweiten Gipfel im Februar dieses Jahres in Vietnam gab es keine weiteren Verhandlungen mehr.

Nordkorea hatte sich zuletzt wieder bereit gezeigt, zunächst neue Arbeitsgespräche aufzunehmen. Das Aussenministerium knüpfte aber daran die Bedingung, die USA sollten neue Vorschläge vorlegen.

Kim Kye Gwan kritisierte die USA für neue Militärmanöver mit Südkorea und die Verschärfung der Sanktionen gegen Pjöngjang. US-Politiker seien von der Idee besessen, Nordkorea müsse zuerst atomar abrüsten. "Das weckt bei mir Zweifel, ob ein neuer Durchbruch in den Beziehungen erzielt werden kann, auch wenn ein neuer Gipfel zwischen Nordkorea und den USA erfolgt", sagte Kim./dg/DP/stk

(AWP)