Notenbank - China hat noch geldpolitische Munition im Handelsstreit

China hat nach eigenen Angaben noch viel geldpolitischen Spielraum, um im Handelsstreit mit den USA auf mögliche wirtschaftliche Turbulenzen zu reagieren.
14.10.2018 12:33
Ein Containerschiff des Seefrachtunternehmens Moller-Maersk fährt in den Tiefwasserhafen Yangshan von Shanghai ein.
Ein Containerschiff des Seefrachtunternehmens Moller-Maersk fährt in den Tiefwasserhafen Yangshan von Shanghai ein.
Bild: Bloomberg

Chinas Notenbank-Gouverneur Yi Gang wies am Sonntag am Rande der Jahreskonferenz des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Bali gleichwohl darauf hin, dass es angesichts des Zollkonflikts erhebliche Risiken für die Konjunktur gebe. "Enorme Unsicherheiten liegen vor uns."

Mit Blick auf die Reaktionsmöglichkeiten seines Landes sagte Yi: "Wir haben noch viele geldpolitische Instrumente, etwa bei den Zinsen." Gleiches gelte für den Mindestreserve-Satz RRR, also den Vorgaben zur Kapitalausstattung der Banken. "Wir haben viel Spielraum für Anpassungen, falls wir sie brauchen." Yi sagte zudem, China sollte problemlos sein Ziel eines Wirtschaftswachstums von 6,5 Prozent im laufenden Jahr erreichen. Vielleicht werde es sogar etwas mehr.

Die Notenbank hat die Banken-Vorgaben bereits gelockert. Vor wenigen Tagen hatte sie angekündigt, ab Mitte Oktober müssten die Institute deutlich weniger Kapital als Mindestreserve vorhalten als bisher. Im April war die Notenbank schon einen ähnlichen Schritt gegangen. Mit der Senkung des Satzes haben die Banken mehr Geld zur Verfügung, das sie als Kredite vergeben können. Das wiederum könnte die Wirtschaft stützen.

Weltweit wird der Handelsstreit zwischen den USA und China mit zunehmender Sorge verfolgt. Die beiden weltgrössten Wirtschaftsmächte haben sich mit Importzöllen auf Waren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar überzogen. Volkswirte schliessen einen Handelskrieg nicht aus, der auch das Wachstum in anderen Regionen beeinträchtigen könnte.

(Reuters)