Nowotny stellt Höhe des EZB-Inflationsziels in Frage

Der österreichische Notenbankgouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny stellt angesichts niedriger Teuerungsraten das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Diskussion.
31.05.2017 21:11

Die Euro-Währungshüter peilen knapp 2 Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum an. Laut Nowotny wird die EZB kommende Woche eine neue Konjunkturprognose für den Euroraum herausgeben. Offensichtlich habe sich die ökonomische Situation in Europa deutlich verbessert. Interessanterweise wirke sich das nicht in steigenden Preisen aus, sagte Nowotny am Mittwoch in einer Diskussion bei der Verleihung des Wiener Börsenpreises in Wien. Die knapp 2 Prozent Inflationsrate "erreichen wir nicht".

Laut Nowotny wird sich deshalb ein wenig die Frage stellen, "ob das noch ein sehr realistisches Ziel" sei oder ob man in einer Welt lebe, "wo wir langfristig mit niedrigeren Inflationsraten rechnen können".

Zur konkreten Zinspolitik befragt äusserte sich Nowotny nicht. Fest steht für ihn, dass Negativzinsen kein Normalzustand seien. Je früher man davon wegkomme, umso besser. Bevor sich an den Zinsen etwas ändere, werde in einem ersten Schritt wohl der Aufkauf von Staatsanleihen zurückgefahren werden./rf/tsk/ivn/APA/he

(AWP)