Oberste EU-Bankenabwicklerin winkt bei europäischer "Bad Bank" ab

Die oberste Bankenabwicklerin der EU ist gegen eine sogenannte Bad Bank zur Abwicklung fauler Kredite europäischer Geldhäuser. "Nicht alle Non-Performing Loans sind gleich", sagte Elke König der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe). "In Deutschland sind es Schiffskredite, Spanien hat seine Erfahrungen mit Immobilienkrediten gemacht. Vor diesem Hintergrund würde ich bezweifeln, dass es Sinn hat, das alles in eine europäische Bad Bank zu packen."
01.03.2017 12:43

König, Chefin der Brüsseler Behörde SRB, stellt sich damit gegen den Chef der europäischen Bankenaufsicht EBA, Andrea Enria. Der hatte kürzlich die Schaffung eines mit Steuergeld ausgestatteten Vermögensverwalters gefordert, der faule Kredite europäischer Banken aufkauft und später an Investoren weiterveräussert. Mögliche Verluste müssten am Ende die betroffenen Staaten auffangen. Ziel ist es, kriselnden Banken finanziell Luft zu verschaffen. Derzeit machen faule Kredite etwa griechischen und italienischen Instituten zu schaffen.

"Das Thema ist wichtig, und Enria spricht die richtigen Punkte an", sagte König, die früher Chefin deutschen Finanzaufsicht Bafin war. "Allerdings scheint mir sein Vorschlag einer wundersamen Geldvermehrung nahezukommen." Die Grenze zu staatlicher Beihilfe scheine fliessend. Es müsse zunächst einmal ein europäischer Markt geschaffen werden, um Problemkredite überhaupt verwerten zu können. Ein Hindernis sei das unterschiedliche Recht innerhalb Europas./das/stw/mis

(AWP)