OECD für mehr öffentliche Investitionen der Industriestaaten

Die Industriestaaten-Organisation OECD fordert seine 35 Mitgliedsländer zu mehr öffentlichen Investitionen auf.
27.11.2016 15:49
Die OECD will, dass ihre Mitglieder mehr in ihre Infrastruktur investieren.
Die OECD will, dass ihre Mitglieder mehr in ihre Infrastruktur investieren.
Bild: Pixabay

"Geldleihen bei sehr niedrigen Zinsen und Investitionen in die richtigen Initiativen können die Wachstumsrate erhöhen", sagte Chefvolkswirtin Catherine Mann diese Woche der Nachrichtenagentur Reuters. Würden die Haushaltsdefizite um ein halbes Prozent der Wirtschaftsleistung für Investitionen angehoben, könne dies das Wachstum im ersten Jahr im Schnitt um 0,4 bis 0,6 Prozent heben.

Beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) stösst die OECD mit ihrer Forderung auf offene Ohren. "Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung trotz Niedrigzinsen nicht angemessen gegen die verfallende Infrastruktur in Deutschland vorgeht", sagte DGB-Vorstand Stefan Körzell. "Wir brauchen massive staatliche Investitionen für die Verkehrsinfrastruktur, für Bildung, bezahlbaren Wohnraum und für den Ausbau der Breitbandnetze." Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble isoliere sich international mehr und mehr mit seinem sturen Festhalten an der "schwarzen Null" im Haushalt.

Grossangelegte Steuersenkungen für Unternehmen - wie sie beispielsweise die britische Regierung und der künftige US-Präsident Donald Trump erwägen - hält die OECD für den falschen Weg. Viele Unternehmen besässen hohe Bargeldvorräte, weshalb niedrigere Steuern das schwächelnde Wachstum kaum beflügeln könnten, sagte Mann. 

(Reuters)