OECD rät zur Abschaffung von Staatsgarantien für Kantonalbanken

Die OECD sieht nur noch beschränkten Spielraum für die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die unkonventionelle Geldpolitik hat laut den Experten dazu beigetragen, die Inflation wieder in den positiven Bereich zu schieben.
14.11.2017 15:55

Doch bringe sie auch Risiken mit sich. So seien Teile des Bankensystems stark exponiert im Hypothekenmarkt. Dabei fürchtet die OECD insbesondere, dass die Kantonalbanken, die Garantien durch die Kantone geniessen, diese in finanzielle Schwierigkeiten bringen könnten.

Diese Staatsgarantien sind der OECD schon länger ein Dorn im Auge, doch seit dem letzten Länderbericht 2015 sei lediglich die Garantie für die Genfer Kantonalbank aufgehoben worden.

Weiter fürchtet die OECD, die Banken könnten aufgrund der Niedrigzinspolitik vermehrt höhere Risiken eingehen und bei der Hypothekenvergabe lascher werden. Die Hypothekendarlehen müssten deshalb unter der Berücksichtigung der finanziellen Tragbarkeit offiziell begrenzt werden. Bei der Umsetzung müssten Abweichungen von der Regelung begründet werden.

Die SNB stemmt sich mit Devisenkäufen und Negativzinsen gegen den starken Franken. Inzwischen hat sich der Franken auch dank einer guten Konjunktur in den Euroländern gegenüber dem Euro wieder abgeschwächt, bleibt aber laut SNB "hoch bewertet".

(AWP)