OECD: USA behindern Kampf gegen Steuerhinterzieher

Im Kampf gegen Steuerhinterzieher verwehren die USA nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) den Finanzbehörden anderer Länder wichtige Informationen. "Die anderen Länder liefern mehr Kontodaten, als sie umgekehrt von den USA erhalten", kritisierte der OECD-Steuerexperte Achim Pross in der neuen Ausgabe der "Wirtschaftswoche".
19.11.2017 14:33

Dadurch gebe es "Schwachstellen im internationalen Kampf gegen Steuerhinterzieher".

Insbesondere würden die USA lediglich Daten über Zins- und Dividendenzahlungen, aber nicht über den Kontostand von Ausländern liefern. Sie würden auch nicht die wirtschaftlich Berechtigten bei Firmenkonten nennen. Das schütze ausländische Steuerhinterzieher, die in den USA Schwarzgeld bar einzahlen oder sich hinter Tarnfirmen verstecken.

Das deutsche Finanzministerium räumte gegenüber der "Wirtschaftswoche" ein, dass bei dem Abkommen mit den USA "eine volle Gegenseitigkeit nicht gegeben ist". Allerdings hätten sich die USA 2013 dazu verpflichtet.

(AWP)