Ölministerium: Einigung auf weitere Kürzung der Öl-Förderung

Wien (awp/sda/dpa) - Die OPEC-Staaten wollen weniger Öl fördern. Jetzt könnten nach Angaben eines Landes weitere Staaten den Ölhahn ein klein wenig zudrehen, um die Preise zu steigern.
10.12.2016 17:48

Beim Treffen der Öl-Förderländer in Wien haben sich nach Angaben des nigerianischen Ölministeriums weitere Staaten auf Produktionskürzungen geeinigt. Nach Informationen auf der Twitterseite des Ministeriums vereinbarten die zwölf anwesenden Nicht-OPEC-Länder am Samstag eine Drosselung der Produktion um 612'000 Barrel (je 159 Liter).

Russland will demnach 300'000 Barrel weniger fördern, Mexiko will 100'000 Barrel und Kasachstan 50'000 Barrel aus dem Markt nehmen. Eine offizielle Bestätigung durch die OPEC und weitere beteiligte Staaten fehlte zunächst. In Teilnehmerkreisen kursierten am Samstagnachmittag auch etwas abweichende Zahlen.

Die Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) hatte ihrerseits bereits Ende November eine Drosselung der Produktion im ersten Halbjahr 2017 um 1,2 Millionen auf 32,5 Millionen Barrel am Tag beschlossen.

Ziel ist es, den Ölpreis wieder in die Höhe zu treiben. Damit würden Benzin und Heizöl für die Konsumenten zumindest kurzfristig wohl teurer. Die Auswirkungen für 2017 insgesamt sind noch unklar. Experten weisen darauf hin, dass trotz dieser Schritte immer noch ein Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt herrscht.

"Das ist ein historischer Tag", hatte OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo vor den Beratungen bereits Optimismus verbreitet. Der Einladung der OPEC waren ein Dutzend Länder wie Russland, Mexiko, Aserbaidschan, Kasachstan und Oman gefolgt.

Bereits nach dem OPEC-Beschluss vom 30. November hatte sich Öl deutlich verteuert. Das Nordsee-Öl der Sorte Brent stieg um rund 15 Prozent auf fast 55 Dollar pro Barrel.

Ein gemeinsames Komitee soll die Einhaltung der Produktionskürzungen überwachen. Es wäre seit 2008 das erste Mal, dass die OPEC wie auch andere Ölförderländer gemeinsam eine Förderkürzung beschliessen. Alle leiden unter dem seit 2014 stark zurückgegangenen Ölpreis, der von mehr als 100 Dollar auf zwischenzeitlich etwa 30 Dollar eingebrochen war.

(AWP)