Onlinehandel - Deutsches Kartellamt untersucht Amazon-Praktiken in Corona-Pandemie

Das deutsche Bundeskartellamt geht einem Zeitungsbericht zufolge dem Vorwurf nach, dass Amazon während der Corona-Pandemie eine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe.
16.08.2020 19:09
Das US-Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben die weltweit grösste Auswahl an Büchern, CDs und Videos.
Das US-Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben die weltweit grösste Auswahl an Büchern, CDs und Videos.
Bild: Bloomberg

"Wir untersuchen derzeit, ob und wie Amazon die Preissetzung der Händler auf dem Marketplace beeinflusst", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Während der ersten Monate der Corona-Pandemie habe es Beschwerden darüber gegeben, dass Amazon Händler wegen angeblich überhöhter Preise gesperrt habe. "Amazon darf kein Preiskontrolleur sein. Das gilt auch jetzt", sagte Mundt.

Amazon habe inzwischen auf erste Auskunftsersuchen geantwortet. Diese Stellungnahmen würden jetzt ausgewertet. Der mögliche Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sei "natürlich der Ansatz bei solchen Untersuchungen". Amazon sei für sehr viele Händler eine unverzichtbare Plattform. "Andererseits haben wir eine Marktbeherrschung bisher nicht formell festgestellt", sagte Mundt.

Bei Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu zu bekommen. Deutschland ist für den US-Online-Riesen der zweitgörsste Markt nach den USA. In den ersten Monaten der Infektionswelle blieben viele Geschäfte geschlossen und Kunden kauften verstärkt im Internet ein.

(Reuters)

 
Aktuell+/-%
Amazon.Com Rg3'334.69-1.11%