Ostermarsch: Finanzinstitute sollen nicht in Krieg investieren

Zum 15. Mal hat die Friedensbewegung am Montag zum Ostermarsch in Bern aufgerufen. Im Zentrum des Anlasses steht die Forderung, dass Finanzinstitute nicht mehr in Waffengeschäfte investieren dürfen.
17.04.2017 14:14

Unter dem Motto "Mein Geld führt Krieg - Waffengeschäfte von Pensionskassen und Banken stoppen" versammelten sich am Mittag mehrere hundert Personen jeden Alters an der Aare. Der Kundgebungszug wird nun dem Fluss entlang zum Münsterplatz ziehen. Dort wird Ueli Mäder, emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Basel, zu den Teilnehmern sprechen.

In verschiedenen Regionen der Welt werden Kriege oder bewaffnete Konflikte ausgetragen. Migrationsbewegungen und steigende Rüstungsumsätze zeugten davon, schreiben die Verantwortlichen des Ostermarschs in einer Mitteilung.

FINANZPLATZ VON BEDEUTUNG

Die Schweiz sei nicht direkt in die Vorgänge involviert. Dem Land komme aber als Finanzplatz eine grosse Bedeutung zu. Denn Rüstungskonzerne beschafften Fremdkapital über die internationalen Finanzmärkte.

Von der Schweizer Politik forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarschs ein Verbot von Investitionen in die Rüstungsindustrie. Von der Wirtschaft und insbesondere den Finanzakteuren erwartet die Friedensbewegung zudem mehr Transparenz in ihrem Anlageverhalten. Doch auch jeder Einzelne Verantwortung für die eigenen Geldanlagen übernehmen.

Mit ihren Forderungen unterstützten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarsches die Anliegen des Bündnisses gegen Kriegsgeschäfte, das im April die Kriegsgeschäfte-Initiative lanciert hat.

Aufsehen erregte in diesem Zusammenhang jüngst eine 86-jährige Berner Friedensaktivistin, die auf eine Bauabschrankung vor der Nationalbank die Aufschrift "Geld für Waffen tötet" sprayte. Die Frau wurde von der Polizei angehalten und wenig später wieder freigelassen. In den Medien erregte das "Sprayer-Grosi" viel Aufmerksamkeit.

GETRAGEN VON 40 ORGANISATIONEN

Der erste Berner Ostermarsch fand 2003 als Protest gegen die Invasion im Irak statt. Die Veranstaltung versteht sich in der Tradition der Ostermärsche, die in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der Schweiz gegen die atomare Aufrüstung und den Vietnamkrieg durchgeführt wurden.

Der Ostermarsch wird getragen von rund 40 Organisationen, darunter Kirchen, Freikirchen, Hilfswerke, Frauenorganisationen und politisch aktive Gruppierungen wie die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA).

mk

(AWP)