Ostermundiger Post-Angestellte fordern Verzicht auf Entlassungen

Ostermundigen (awp/sda) - Falls die Schweizerische Post in Ostermundigen künftig keine Briefe mehr verarbeitet, darf dies nicht zu Entlassungen führen: Das fordern Angestellte des Ostermundiger Logistikzentrums nach einer Betriebsversammlung vom Samstag.
13.08.2016 21:08

Die Zentrums-Angestellten wollen von der Post auch, dass sie Vorschläge des Personals zur Erhaltung des Standorts ernsthaft prüft und bei Bedarf das Konsultationsverfahren verlängert. Das geht aus einer Mitteilung der Gewerkschaft syndicom hervor.

Auch soll die Post den Angestellten bei einer allfälligen Versetzung nach Härkingen SO die "Verschlechterung der Arbeitsbedingungen", so der Wortlaut des Communiqués, "ausgleichen". Dies etwa durch Zeitgutschriften, Lohnzuschläge oder andere Vergütungen.

Wenn nämlich in Ostermundigen tätige Post-Angestellte künftig nach Härkingen zur Arbeit fahren müssten, bedeutete dies einen zusätzlichen Arbeitsweg von zwei Stunden pro Tag. So bliebe den Post-Angestellten weniger Zeit für die Familie.

Aus drei mach eins

Die Schweizerische Post hatte am Mittwoch bekanntgegeben, sie wolle im Raum Bern künftig nur noch eine Betriebsstelle zur Briefverarbeitung betreiben. Dies, weil immer weniger Briefe verschickt werden.

Heute unterhält die Post drei Betriebsstellen im Raum Bern: ein Logistikzentrum für die Briefverarbeitung in Ostermundigen mit 96 Angestellten, eine Zustellstelle in Ostermundigen mit 102 Personen und eine in der Stadt Bern mit 175 Beschäftigten.

Per Ende 2019 ist Schluss

Die Post möchte die Arbeiten des Logistikzentrums Ostermundigen Mitte 2018 ins Briefzentrum Härkingen und in die Zustellstelle Bern integrieren. Die Arbeitsplätze in der Briefzustellung Ostermundigen sollen voraussichtlich per Ende November 2019 auf bestehende Betriebsstellen im Raum Bern verteilt werden.

Wenn es künftig im Raum Bern nur noch eine Betriebsstelle gäbe, sagt die Post, kostete dies 15 Vollzeitstellen. Sie wolle aber Entlassungen möglichst vermeiden und den Abbau über die natürliche Fluktuation vornehmen. Derzeit läuft das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren bei den Beschäftigten.

(AWP)