Österreichs Finanzminister dringt auf europäische Finanzsteuer

LUXEMBURG (awp international) - Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling hat eine rasche Einigung auf die europäische Finanzsteuer angemahnt. Anderenfalls werde er seine Aufgabe als Koordinator des Projekts aufgeben, sagte Schelling Rande des Treffens der Eurogruppe am Montag in Luxemburg. "Wir haben alle möglichen Kompromissvorschläge unterbreitet. Wenn wir jetzt nicht weiterkommen, dann muss es wer anderer versuchen."
10.10.2016 18:04

Die seit langem debattierte Finanztransaktionssteuer funktioniert wie eine Mehrwertsteuer auf den Handel mit Bank- und Börsenprodukten. Dazu zählen etwa Aktien, Anleihen oder spekulative Papiere. Sie gilt als Mittel gegen Zocker und soll den Finanzsektor an den Kosten der Finanzkrise beteiligen.

Es gebe noch Fragen zu den Kosten der Umsetzung der Steuer, sagte Schelling. Zudem werde noch darüber diskutiert, welche Auswirkungen die Steuer auf staatliche Finanzprodukte wie Derivate habe. "Ich möchte jetzt von den betroffenen Ländern hören, ob sie zustimmen wollen", sagte Schelling.

Da nicht alle EU- und auch nicht alle Euro-Länder mitziehen, wollen zehn Länder mit der Steuer zunächst im Alleingang starten. Zu ihnen gehören auch Deutschland und Frankreich./hun/DP/jha

(AWP)