Outperformance - Handelskrieg: USA gewinnen an den Finanzmärkten die Oberhand

Die USA gewinnen im Handelskrieg mit China langsam die Vorherrschaft - zumindest an den Finanzmärkten.
03.12.2019 16:02
Trader an der Börse in New York haben in letzter Zeit mehr Grund zu lachen als ihre Kollegen in China.
Trader an der Börse in New York haben in letzter Zeit mehr Grund zu lachen als ihre Kollegen in China.
Bild: Bloomberg

Die US-Treasuries haben die diesjährige Rally halten können, der Dollar blieb trotz drei Zinssenkungen stark und die US-Aktien markierten eine Reihe von Rekordhochs. Dagegen kommen chinesische Aktien, der Yuan und die Staatsanleihen des Landes in letzter Zeit nicht so recht vom Fleck.

In den letzten Monaten war die Outperformance besonders bemerkenswert. Der S&P 500 Index notierte auf dem höchsten KGV aller Zeiten im Vergleich zum Shanghai Composite Index. Das unterstreicht die unterschiedlichen Kräfte, welche die Stimmung auf den Finanzmärkten der beiden Länder antreiben: Die "dovishe" Tendenz der Federal Reserve in den vergangenen Monaten hat die Risikostimmung in den USA gestützt, die Wirtschaft hat sich besser als erwartet gehalten.

Indes hat in China die Zentralbank trotz einer Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten an ihrem umsichtigen Ansatz bezüglich Stimuli festgehalten. Das führte unter anderem zu finanziellem Stress und einem Wirtschaftswachstum im langsamsten Tempo seit mindestens Anfang der neunziger Jahre.

"Der US-Aktienmarkt war wirklich stark, während die zu Jahresbeginn zu beobachtende Dynamik bei chinesischen Aktien irgendwie nachgelassen hat", sagte Gerry Alfonso, Executive Director des internationalen Geschäftsbereichs von Shenwan Hongyuan Group. "Chinas Abschwächung hat stärker auf die Anlegerstimmung gedrückt als die Entwicklungen im Handelsstreit."

Risikoaufschlag auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren

Im August wiesen die US-amerikanischen und chinesischen Aktien-Benchmarks die höchste Korrelation seit vier Jahren auf. Diese Tendenz ist jedoch vorbei. Der S&P 500 hat seit dem 30. Juni rund 7,2 Prozent zugelegt, während der Shanghai Composite rund 4 Prozent verloren hat.

"Globale Investoren sehen in einem Handelskrieg ein höheres Risiko für Investments in China" und Schwellenländern als in den USA, sagte Hyde Chen, Aktienanalyst bei UBS Wealth Management in Hongkong. "US-Aktien haben sich besser entwickelt, weil die Wirtschaft in Asien insgesamt stärker unter den Handelsauswirkungen leidet."

So ist der Risikoaufschlag chinesischer Staatsanleihen gegenüber US-Treasuries auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Der Spread zwischen den zehnjährigen Anleiherenditen der Länder weitete sich im Oktober auf 1,6 Prozentpunkte aus, nachdem Liquiditätsbedenken verhinderten, dass Chinas Anleihen der globalen Bondrally folgten. Ende 2018 hatte sich der Renditeabstand auf nur noch 25 Basispunkte verringert, den niedrigsten Wert seit 2010.

Yuan hat zu kämpfen

Häufig schwächt sich die Währung eines Landes, das die Geldpolitik lockert, ab. Aber der ICE-US-Dollar-Index ist in diesem Jahr um mehr als 2 Prozent gestiegen, während der Yuan im August zu kämpfen hatte. Er schwächte sich erstmals seit 2008 unter die Marke von 7 pro Dollar ab. Diese Schwäche veranlasste die USA, Beijing als Währungsmanipulator zu bezeichnen.

Der Aktienindex Shanghai Composite Index kommt in diesem Jahr bisher auf ein Plus von 15 Prozent, verglichen mit einem Gewinn von bis zu 31 Prozent im April. Das ist eine relativ solide Performance angesichts der Belastungen für die chinesische Wirtschaft, sagen Analysten bei Goldman Sachs und Morgan Stanley. Beide Brokerhäuser senkten allerdings ihre Prognose für die A-Aktien von "Übergewichten" auf "Neutral" und rechnen mit schwächeren Zuflüssen aus dem Ausland.

Goldman verweist zudem auf die Möglichkeit, dass Chinas Wachstum in nächsten Jahr unter 6 Prozent sinken könnte, was "Bedenken unter den Marktteilnehmern" auslösen dürfte.

(Bloomberg)

 

 

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