Pascale Baeriswyl wird neue Staatssekretärin im EDA

(Meldung ausgebaut)
30.09.2016 15:05

Bern (awp/sda) - Pascale Baeriswyl wird neue Staatssekretärin im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Der Bundesrat hat bei der Ernennung Rücksicht genommen auf die Aussenpolitische Strategie, in deren Zentrum die Beziehung mit der EU steht.

Baeriswyl ist 48 Jahre alt und seit 2013 Vizedirektorin der Direktion für Völkerrecht im EDA, wie das Departement mitteilte. Die Stelle als Staatssekretärin und Politische Direktorin des EDA wird sie am 1. Dezember 2016 antreten. Auf diesen Termin wird Yves Rossier nach Moskau wechseln.

AUSSENPOLITISCHE STRATEGIE

Staatssekretärin Baeriswyl wurde nach einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren ernannt. Alle Etappen des Verfahrens habe sie als Beste durchlaufen, sagte Aussenminister Didier Burkhalter am Freitag vor den Medien in Bern.

Wesentlich sei auch Baeriswyls starke Motivation gewesen. Und schliesslich habe sich der Bundesrat auch darum für sie entschieden, weil sie die Erfahrungen und Qualifikationen mitbringe, die es für die Umsetzung der Aussenpolitischen Strategie 2016 - 2019 brauche. In deren Zentrum steht die Beziehung der Schweiz zur EU.

Die Pflege der Beziehungen zu globalen Partnern ist ein weiteres Anliegen der Strategie. Das Netz umfasst heute zahlreiche G-20-Staaten. Dieses will der Bundesrat in den nächsten Jahren auf weitere Staaten ausdehnen. Auch die Förderung von Frieden und Sicherheit gehört zu der Strategie.

VON DER LOKALPOLITIK GELERNT

Sie freue sich darauf, mit Burkhalter einen der erfahrensten Aussenminister der Welt bei der Arbeit unterstützen und beraten zu können bei der Verstärkung der globalen Rolle der Schweiz, sagte Baeriswyl an der Medienkonferenz. Vor dem Eintritt in die Diplomatie engagierte sie sich in der Basler Lokalpolitik, als Mitglied der SP.

In der Lokalpolitik habe sie viel gelernt für die jetzige Arbeit. "Wenn man die Russen begreifen will, muss man sich überlegen, wie das bei ihnen zu Hause zusammenspielt", sagte sie.

In der Direktion für Völkerrecht leitet Baeriswyl die Abteilung, zu der die Sektionen Völkerrecht, die Task Force Asset Recovery und Staatsverträge gehören. Sie führt den Titel einer Botschafterin.

SEIT 2000 IM EDA

Pascale Baeriswyl stieg im Jahr 2000 in die Diplomatie ein. Nach einem Stage bei der Direktion für Völkerrecht und in der Schweizerischen Botschaft in Hanoi wurde sie in der Abteilung Menschliche Sicherheit stellvertretende Chefin der Sektion Menschenrechtspolitik für die Region Asien/Pazifik.

Von 2005 bis 2008 war sie bei der Schweizer Mission bei der EU in Brüssel für aussen- und sicherheitspolitische Fragen zuständig. Von 2008 bis 2013 war Baeriswyl Chefin des politischen Teams der Schweizer UNO-Mission in New York. Sie habe an zentralen Stellen der Schweizer Aussenpolitik Erfahrung sammeln zu können, sagte sie.

Baeriswyl schloss Studien in Recht mit europarechtlicher Spezialisierung, Geschichte sowie französischer Literatur und Sprachwissenschaft ab. Die neue Staatssekretärin hat die Heimatorte Basel und Freiburg und spricht neben Deutsch Französisch, Italienisch und Englisch.

Ein offenes Ohr will Baeriswyl auch für Familienangelegenheiten haben: Sie sei als erste Diplomatin mit kleinen Kindern in die Karriere eingetreten. Sie habe sie über fünf Versetzungen auf drei Kontinenten durch vier Schulsysteme heranwachsen sehen. "Ich weiss, was das für eine Herausforderung ist."

ERFAHRENER BOTSCHAFTER IN LONDON

Am Freitag ernannte der Bundesrat auch Krystyna Marty Lang zur neuen stellvertretenden Staatssekretärin und stellvertretenden Politischen Direktorin im EDA-Staatssekretariat. Sie ist derzeit Chefin der Schweizer Mission in Pristina (Kosovo) und übernimmt die Nachfolge von Alexandre Fasel, der neuer Schweizer Botschafter in London wird.

Der Bundesrat habe für die Post-Brexit-Zeit einen ausserordentlich erfahrenen Botschafter in Grossbritannien gewünscht, begründete Burkhalter diese Ernennung. Der jetzige Missionschef in London, Dominik Furgler, wechselt nach Tschechien.

Yves Rossier, der seit 2012 amtierende Staatssekretär im EDA, hatte im vergangenen August um Versetzung auf einen Botschafterposten im Ausland ersucht. Am Freitag wurde bekannt, dass er Botschafter in Moskau werden wird. Als Staatssekretär habe er "mit Intelligenz und Engagement" enorme Arbeit geleistet, schrieb das EDA.

cp/

(AWP)