Pensionskassen lassen sich auf Klimafreundlichkeit überprüfen

Wenn Pensionskassen ihr Geld zum Beispiel in Kohlekraftwerke anlegen, tragen sie damit zum Treibhausgasausstoss bei. Um das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten, sind mehr klimaverträgliche Investitionen nötig. Ein freiwilliger Test soll zeigen, wie klimafreundlich Schweizer Versicherer sind. Anlagen im Volumen von 250 Mrd CHF werden nun untersucht.
19.07.2017 10:10

Über die Geldanlagen ihrer Pensionskassen verantworten Schweizerinnen und Schweizer im Schnitt noch einmal so viel CO2-Ausstoss wie etwa durchs Heizen und Autofahren. Mit dem Übereinkommen von Paris ist auch das Ziel verbunden, die Finanzflüsse allgemein klimaverträglicher auszurichten.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) lancierte deshalb im April einen freiwilligen und kostenlosen Klimatest für Pensionskassen. Auf diesen Aufruf meldeten sich bis zum Ablauf der Frist Mitte Juli 65 von über 1'000 Instituten, wie Radio SRF am Mittwoch berichtete.

Damit ist die Projektleiterin Silvia Ruprecht vom BAFU zufrieden, wie sie in der Sendung "Heute Morgen" sagte: "Wir haben verwaltete Vermögen von rund 250 Mrd CHF zum Untersuchen erhalten." Dies entspricht laut dem Bericht etwa der Hälfte aller Aktien und Unternehmensanleihen, die von Schweizer Pensionskassen und Versicherern gehalten werden. Die Analyse dürfte demnach für die gesamte Branche repräsentativ sein.

Durchführen wird die Untersuchung eine durch Forschungsmittel der EU finanzierte Denkfabrik. Das BAFU erhält eine anonymisierte Metaanalyse, wie aus Unterlagen auf der Website des Bundesamts hervorgeht. Gemäss Radio SRF soll die Auswertung im Herbst vorliegen.

Für die Pensionskassen ist der freiwillige Klimatest eine Chance, wie Hanspeter Konrad, der Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, im Beitrag sagte: "Es geht darum, dass die Pensionskassen das Kriterium Nachhaltigkeit in ihren Anlagestrategien berücksichtigen und darum, dass wir hier freiwillig mitmachen, damit keine gesetzlichen Massnahmen kommen."

(AWP)