Petrobras-Affäre führt zu vier Verfahren in der Schweiz

Bern (awp/sda) - Neben dem Vorwurf, mit Bilanztricks das brasilianische Staatsdefizit beschönigt zu haben, setzte auch die Petrobras-Affäre Dilma Rousseff politisch unter Druck. Der Korruptionsskandal um den Ölriesen Petrobras schlug Wellen bis in die Schweiz.
31.08.2016 12:06

In den Petrobras-Skandal sind zahlreiche Geschäftsleute und Politiker verwickelt. Von 2004 bis 2014 sollen mehr als zwei dutzend Firmen - zumeist grosse Baukonzerne - Schmiergelder an Petrobras gezahlt haben.

Petrobras wiederum zahlte Bestechungsgeld an Politiker. Allein die Arbeiterpartei soll bis zu 200 Millionen Dollar erhalten haben.

Im Zusammenhang mit der Petrobras-Affäre fror die Bundesanwaltschaft in der Schweiz 771 Millionen Franken ein. Die auf verschiedenen Schweizer Konten blockierten Gelder gehören Führungskräften von Petrobras, Finanzintermediären, brasilianischen Politikern sowie brasilianischen und internationalen Unternehmern.

VIER VERFAHREN

Im vergangenen Februar ordnete die Bundesanwaltschaft zudem die Festnahme eines Brasilianers im Zusammenhang mit der Affäre an. Ihm wurde der Versuch vorgeworfen, Vermögen aus der Schweiz abgezogen zu haben. Dafür verbrachte er drei Monate in Haft.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA eröffnete vier Verfahren im Zusammenhang mit dem Fall Petrobras. Das Verfahren, das sich auf die Tessiner Bank BSI bezog, wurde im Mai letzten Jahres abgeschlossen. Die Tessiner Bank kam mit einer Rüge davon.

Rousseff war Vorsitzende des Petrobras-Verwaltungsrates von 2003 bis 2010. Zudem war sie in den 90er Jahren Energieministerin auf Bundesstaatenebene und von 2002 bis 2005 brasilianische Energieministerin.

(AWP)