Pfister steigt nicht ins Bundesrats-Rennen ein - Keller-Sutter nominiert

(Zusammenfassung im fünften Abschnitt nach dem Lead mit Flavio Gisler ergänzt) - Zwei neue Magistraten braucht die Schweiz, noch ist aber offen, wer das Rennen machen wird: CVP-Präsident Gerhard Pfister will trotz Zuspruch auch aus anderen Parteien das Amt nicht übernehmen. Viel Hoffnung setzt die FDP St. Gallen derweil auf Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter; sie wurde am Wochenende einstimmig als Kandidatin nominiert.
21.10.2018 15:06

Pfister schloss am Wochenende eine allfällige Wahl durch das Parlament als Sprengkandidat aus. Eine Wahl würde er nicht annehmen, sagte er gegenüber mehreren Sonntagszeitungen. "Ich schliesse eine Kandidatur aus", bekräftigte der 56-jährige Zuger Nationalrat.

Er habe mit der Wahl zum CVP-Präsidenten von der Idee, Bundesrat zu werden, Abschied genommen. "Ich war schon immer der Meinung, dass der Präsident einer Partei ein Jahr vor den Wahlen nicht in den Bundesrat wechseln sollte", sagte Pfister. Pfister wurde jüngst in verschiedenen Medienberichten als möglicher Nachfolger der per Ende Jahr zurücktretenden CVP-Bundesrätin Leuthard ins Spiel gebracht.

CVP-Kandidaten in den Startlöchern

Bislang in der CVP eine Kandidatur angekündigt haben der Zuger Ständerat und Alt-Regierungsrat Peter Hegglin, die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter und die Urner Regierungsrätin Heidi Z'graggen.

Der erste offiziell nominierte CVP-Kandidat einer Kantonalpartei war Hegglin, das geschah am Mittwochabend. Die CVP Basel-Landschaft nominierte am Donnerstagabend Schneider-Schneiter als Bundesratskandidatin.

Die Urner CVP-Justizdirektorin Z'graggen gab am Donnerstag ihre Bundesratskandidatur bekannt. Sie war am Abend zuvor vom Vorstand ihrer Kantonalpartei nominiert worden, wie Flavio Gisler, Parteipräsident der CVP Uri, auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA sagte.

Vorerst noch vom Spitalbett aus verfolgt die Walliser CVP-Nationalrätin Viola Amherd nach einer Nierensteinoperation die Entwicklung. Laut der Oberwalliser CVP-Präsidentin Franziska Biner ist noch offen, ob sich Amherd für eine Kandidatur entscheidet, wie sie am Sonntag gegenüber der Agentur Keystone-SDA sagte.

Die CVP-Kantonalparteien müssen die Kandidatinnen und Kandidaten bis am 25. Oktober nominieren und der Findungskommission melden.

FDP nominiert Keller-Sutter einstimmig

Über 300 FDP-Delegierte der FDP St. Gallen nominierten am Samstagmorgen in Wil einstimmig Ständeratspräsidentin Keller-Sutter als Kandidatin für den Sitz des scheidenden FDP-Bundesrats Johann Schneider-Ammann. Sie machten klar, dass es wieder eine Ostschweizer Vertretung in der Landesregierung brauche.

Neben der St. Galler Kantonalpartei und deren Präsidenten nahmen auch die FDP-Präsidenten aus den Kantonen Thurgau und Appenzell-Ausserrhoden sowie Regierungs- und Nationalräte aus allen drei Kantonen am Anlass teil. Es müsse vorbei sein mit dem Jammern, sagte der sanktgallische Parteipräsident Raphael Frei. Die Ostschweiz und St. Gallen dürften sich nicht weiter unter ihrem Wert verkaufen.

Zwei Konkurrenten

Neben Keller-Sutter wollen für die FDP auch der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki und der Schaffhauser Regierungspräsident Christian Amsler für den Bundesrat kandidieren. Amsler wurde am Donnerstag von seiner Kantonalpartei nominiert, die Nidwaldner FDP entscheidet am kommenden Dienstag. Wicki macht geltend, die Zentralschweiz sei schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten und Nidwalden sei es sogar noch nie gewesen.

Fristablauf für die Eingabe von FDP-Kandidaturen ist Mittwoch, der 24. Oktober. Der Vorstand der FDP Schweiz wird am 9. November einen Vorschlag zuhanden der Bundeshaus-Fraktion formulieren. Diese nominiert dann am 16. November die finalen Kandidaturen für die Bundesratswahl vom 5. Dezember.

(AWP)