Pimco-Manager: «Wir setzen auf Immobilienkredite»

Die Finanzkrise hat den Handel mit verbrieften Krediten in Verruf gebracht. Doch die Papiere erfahren ein Revival - nicht nur bei Pimco-Fondsmanager Dan Ivascyn. Im Gespräch mit cash nennt er die Gründe.
05.02.2013 14:00
Von Frédéric Papp
Dan Ivascyn, Fondsmanager bei Pimco, im cash-Video-Interview.
Bild: cash

 

Immobilienkredite beziehungsweise durch Hypotheken besicherte Wertpapiere, im Fachjargon Mortgage Backed Securities (MBS) genannt, stehen wieder auf dem Einkaufzettel bestimmter Fondsmanager. So auch bei Dan Ivascyn, Manager des 22 Milliarden Dollar schweren Pimco Income Fund.

"Wir mögen hypothekenbesicherte Wertpapiere, weil diese im Vergleich zu amerikanischen Staatsanleihen attraktive Renditen abwerfen", sagt Ivascyn im Gespräch mit cash und präzisiert: "Im Schnitt überbieten die Mortgage Backed Securities die Staatsanleihen um ein Prozent." Der Fonds ist mit 15 Prozent (Stand Dezember 2012) in MBS investiert, die vom Staat garantiert werden.

Ivascyn bevorzugt aber Papiere, die nicht durch staatliche Stellen garantiert werden. Denn hier würden Renditen von gegen 7 Prozent pro Jahr erzielt. Ende Dezember 2012 umfasste der Fonds nicht garantierte, aber hypothekarbesicherte Wertpapiere im Umfang von 5,3 Milliarden Dollar. Das entspricht 24 Prozent.

Preiseinbruch bei Immobilien verkraftbar

Vielen Anlegern sind solche Investments aber in schmerzlicher Erinnerung, was das Portemonnaie angeht. Die Papiere waren mit der Pleite der US-Investmentbank im September 2008 auf einen Schlag nahezu wertlos geworden. Lehman Brothers hatte zu sehr auf Hypothekenpapiere gesetzt, die mit der Immobilienkrise stark an Wert verloren. Die US-Regierung weigerte, sich die Bank zu retten.

Ivascyn schlägt die Ängste der Anleger nicht in den Wind, verweist aber auf die veränderte Situation: "Auch wenn die US-Immobilien durchschnittlich 15 Prozent ihres Wertes verlieren würden, werfen Papiere, die nicht durch offizielle Stellen garantiert werden, immer noch Renditen zwischen 3 bis 5 Prozent ab." Grund dafür sei der nach wie vor hohe Abschlag, mit dem die Papiere im Markt gehandelt würden, so Ivascyn. Hinzu kommt: Der MBS-Markt gilt als hoch liquide.

Leicht steigende US-Häuserpreise erwartet

Bis anhing ging die Strategie auf: Rund 12 Prozent konnte der Pimco Income Fonds, der neben MBS in derzeit neun weitere Anlagesegmente investiert, seit seiner Lancierung vor fünf Jahren performen. Die Rendite verhageln könnte aber ein Wiederaufflammen der Immobilienkrise in den USA. Damit rechnet Pimco aber nicht.

Was den US-Immobilienmarkt anbelangt, gibt sich Pimco vorsichtig optimistisch: "Wir erwarten 2013 eine Verteuerung der Immobilien um 5 Prozent", sagt Ivascyn, der seit 1998 bei Pimco tätig ist. Für Verunsicherung sorge aber die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit in den USA. Diese ist im Januar von 7,8 auf 7,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit letztem Oktober gestiegen

 

Im cash-Video-Interview äussert sich Dan Ivascyn zur Entwicklung der Leitzinsen und der Inflation in den kommenden Monaten.