Pipeline in North Dakota soll auf umstrittener Route gebaut werden

Eine Öl-Pipeline in North Dakota soll unter US-Präsident Donald Trump nun auf ihrer umstrittenen Route weitergebaut werden. Das US Army Corps of Engineers teilte am Dienstag mit, diese Entscheidung stehe binnen eines Tages bevor. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte das Vorhaben stoppen lassen. Die Route führt an einem Indianerreservat entlang.
08.02.2017 06:29

Umweltschützer und ein Stamm der Sioux fürchten Wasserverunreinigungen und eine Beeinträchtigung heiliger Stätten. Aller Voraussicht nach wird die Wiederaufnahme des Baus juristisch angegriffen werden. Auch neue Proteste sind zu erwarten, sie wurden auf Facebookseiten gegen das Vorhaben bereits angekündigt. Gegen das Projekt hatte es monatelangen Widerstand gegeben, bei dem die Polizei oft sehr hart durchgriff.

Der US-Präsident hatte die Wiederaufnahme zweier Pipeline-Projekte im Januar per Dekret angekündigt. Die Pipeline soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen North Dakotas in den Staat Illinois transportieren. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert.

Das fragliche Stück ist der letzte Abschnitt der rund 1900 Kilometer langen Pipeline. Das Projekt kostet rund 2,7 Milliarden US-Dollar (rund 2,53 Mrd Euro).

Unter Obama sollte eine Alternativroute geprüft werden, die nicht unter dem Lake Oahe entlangführt, einem Stück des Missouri. Er ist für die Indianer nicht nur ein Wasserreservoir, sie sehen auch alte Gebietsverträge verletzt.

Aus Unterlagen des US Army Corps of Engineers, tätig im Bereich Bauingenieurswesen, ging am Dienstag hervor, dass für das fragliche Stück Pipeline nicht einmal mehr zugesagte Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen werden sollen./ki/DP/he

(AWP)