Polens Regierung will Sonntagsverkauf stufenweise einschränken

Die polnische Regierung will die derzeit erlaubte Ladenöffnung an Sonntagen stufenweise verbieten. Ab März 2018 solle es nur noch zwei verkaufsoffene Sonntage pro Monat geben, schlug die Partei Recht und Gerechtigkeit PiS vor. 2019 würden Geschäfte dann nur an einem Sonntag im Monat geöffnet, ab 2020 sollten sie sonntags ganz geschlossen bleiben, hiess es am Donnerstag in Warschau weiter.
23.11.2017 10:59

Der bereits seit einem Jahr debattierte Gesetzesentwurf geht auf eine Bürgerinitiative zurück, die sich für den Schutz von Arbeitnehmern einsetzt. Angestellte sollten an Sonntagen demnach wieder mehr Zeit für ihre Familie haben.

Ursprünglich hatten einige Regierungsmitglieder den Januar 2018 als mögliches Datum für ein Handelsverbot an allen Sonntagen genannt. Wann das Gesetz in Kraft treten wird, blieb angesichts der andauernden Beratungen im Parlament zunächst unklar. Kleinere Läden, in denen die Besitzer noch selbst an der Kasse stehen, sowie Tankstellen, Apotheken, Bäckereien, Blumengeschäfte und Souvenirläden soll das Handelsverbot voraussichtlich nicht betreffen.

Kritiker der Reform warnten vor negativen Auswirkungen auf die polnische Wirtschaft, Zehntausende Jobs im Einzelhandel seien in Gefahr. Dem widersprachen die Regierungsmitglieder. In der Branche fehlten Arbeitskräfte, meinte die PiS-Abgeordnete Urszula Rusecka./nat/DP/stk

(AWP)