Politik Europa - EU: Türe bleibt für Grossbritannien offen

Nach dem Wahldebakel von Premierministerin Theresa May in Grossbritannien hält der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Tür für einen Verbleib Grossbritanniens in der Europäischen Union offen.
17.06.2017 15:01
Getrennte Wege: Grossbritannien entscheidet sich gegen die EU-Mitgliedschaft.
Getrennte Wege: Grossbritannien entscheidet sich gegen die EU-Mitgliedschaft.
Bild: Bloomberg

Dies für den Fall, dass die Briten die Brexit-Entscheidung revidieren sollten. Vom ersten Tag an, sei er mit seinem britischen Amtskollegen Philip Hammond einig gewesen, dass die Entscheidung der britischen Wähler akzeptiert und der potenzielle Schaden des Brexits minimiert werden müssten, sagte Schäuble im Interview mit Bloomberg TV. Aber sollten die Briten "ihre Entscheidung ändern, dann würden sie natürlich auf offene Türen stossen". Dies schätze er als "nicht sehr wahrscheinlich" ein.

"Die britische Regierung hat erklärt, dass sie beim Brexit bleiben will. Wir akzeptieren diese Entscheidung aus Respekt." Spekulationen über eine Änderung der Brexit-Entscheidung seien nicht hilfreich. Er habe mit seinem britischen Amtskollegen Hammond einen Tag nach der Wahl über die "überraschende" Wahlniederlage und das Wahlverhalten der jungen Wähler in Grossbritannien und Frankreich gesprochen und erklärt, dass "es eine neue Gelegenheit gibt, Europa voranzubringen".

Theresa May hatte schon im März den Artikel 50 ausgerufen und damit die Verhandlungsfrist von zwei Jahren eingeleitet. Jetzt bleiben nur noch knapp 22 Monate, um den Brexit auszuhandeln. Der britischen Regierung müsse nach dem überraschenden Wahlausgang "ein paar Tage" Zeit gegeben werden, um über die nächsten Schritte zu entscheiden, so Schäuble.

Die "Verhandlungen werden jetzt beginnen". Und "am Ende kommen wir immer zu vernünftigen Entscheidungen". Darüber zu spekulieren sei es jetzt aber zu früh. Schäubles Äusserungen sind die erste Reaktion des Ministers auf den Verlust der absoluten Mehrheit der konservativen Tories von Theresa May in Grossbritannien.

(Bloomberg)