Politik Europa - Macron warnt vor falschen Rücksichtnahmen bei EU-Reform

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnt davor, Reformen der Europäischen Union durch einzelne Mitgliedsstaaten bremsen zu lassen.
15.10.2017 11:44
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich.
Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich.
Bild: Bloomberg

In seiner Zeit als Regierungsmitarbeiter bei EU-Treffen sei häufig davor gewarnt worden, Briten oder Polen zu brüskieren, sagte das Staatsoberhaupt im "Spiegel" vom Samstag. Trotzdem wolle Grossbritannien aus der EU austreten und Polen würde sich immer weiter von Europa entfernen. "Das zeigt doch nur, je schüchterner man mit den europäischen Ambitionen ist, desto weniger kommt man voran."

Macron bekräftigte, Europa brauche einen Neuanfang. Dabei gehe es auch darum, alte Tabus aufzubrechen, sagte er unter Verweis auf die französische Haltung, die EU-Verträge nicht zu verändern, und die deutsche Position, Finanztransfers zwischen den Mitgliedsstaaten abzulehnen. "Dieses alte Denken müssen wir hinter uns lassen."

Macron beschrieb seine Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel als sehr eng. "Wir sprechen uns mindestens ein- bis zweimal die Woche." Sie würden regelmässig Nachrichten austauschen und hätten viele gemeinsame Treffen. "Ich habe grossen Respekt vor ihr", sagte Macron. "Auch wenn uns vieles unterscheidet."

(Reuters)