Politik - Trump lässt Briten von raschem Handelsvertrag mit USA träumen

Auf dem G7-Gipfel haben US-Präsident Donald Trump und der britische Premierminister Boris Johnson ihren Willen zu einem baldigen britisch-amerikanischen Handelsvertrag betont.
25.08.2019 11:47
US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weissen Haus zu Medienvertretern (2.8.2019).
US-Präsident Donald Trump spricht vor dem Weissen Haus zu Medienvertretern (2.8.2019).
Bild: Bloomberg

"Wir werden bald ein Handelsabkommen abschliessen können", sagte Trump am Sonntag am Rande des G7-Gipfels in Biarritz zum Auftakt eines Gesprächs mit Johnson. Man werde einen "sehr grossen" Pakt abschliessen. Dasselbe stehe auch mit Japan bevor. "Es gibt riesige Gelegenheiten für Grossbritannien auf dem US-Markt", sagte auch der britische Premierminister. Er räumte allerdings ein, dass die Verhandlungen mit Washington schwierig würden.

Die verhängten und angedrohten US-Strafzölle gegen China und die EU werden am Vormittag Thema der Beratungen auf dem G7-Gipfel sein. Die EU-Staaten, Japan und Kanada wollen Trump dabei nach Angaben von G7-Diplomaten zur Zurückhaltung mahnen, weil die Handelskonflikte zunehmend die Weltwirtschaft belasten.

Trump zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. Er verteidigte die neuen Strafzölle gegen China. Er erwarte keine negativen Marktreaktionen, sagte er in Biarritz. Der Handelsstreit mit China helfe vielmehr beim Abschluss eines Abkommens mit Japan. Johnson betonte dagegen, dass er für Freihandel sei. Grossbritannien setze auf friedliche Handelsbeziehungen.

Schulterschluss zwischen Trump und Johnson?

Ein möglicher Schulterschluss zwischen Trump und dem Brexit-Befürworter Johnson hatte im Vorfeld des G7-Gipfels Spekulationen ausgelöst, ob sich die beiden gegen die anderen G5-Partner stellen würden. Diese Sorgen wurde jedoch etwa in der deutschen Bundesregierung mit Hinweis auf die breite Übereinstimmung mit Johnson in fast allen aussen- und klimapolitischen Fragen zurückgewiesen.

Auch Trump räumte nach den Beratungen über aussenpolitische Themen am Samstagabend ein, dass er nicht wisse, ob Russland wie von ihm gefordert wieder in den Kreis der G7 aufgenommen wird. Die anderen G7-Partner lehnen dies mit Hinweis auf die russische Intervention in der Ukraine ab.

Vor einem Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk am Mittag warnte die britische Regierung vor einem No-Deal beim Brexit. Ohne Änderungen beim Austrittsabkommen werde Grossbritannien 30 Milliarden Pfund von den Austrittszahlungen zurückzuhalten, hiess es in mehreren britischen Medienberichten. Dann werde die Regierung nur neun Milliarden Pfund zahlen.

Johnson fordert, dass die EU in dem vor Monaten ausgehandelten Austrittsabkommen die sogenannte Backstop-Regelung streicht, die eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland nach dem Brexit vermeiden soll. Die EU lehnt dies ab, betont aber die Bereitschaft, in Verhandlungen eine alternative Regelung zu finden. Trump, der seit langem den Austritt Grossbritanniens aus der EU unterstützt, bezeichnete Johnson als "richtigen Mann" für den Brexit.

(Reuters)