Politik USA - An welchen Steuerschrauben Trump drehen will

Nach achtmonatiger Vorbereitung hat US-Präsident Donald Trump seine Pläne für umfassende Steuererleichterungen vorgelegt. Eine Übersicht.
30.09.2017 15:13
Auch US-Unternehmen freuen sich auf die Steuersenkung.
Auch US-Unternehmen freuen sich auf die Steuersenkung.
Bild: Bloomberg

Seine in Indianopolis verkündeten Vorschläge sollen in der grössten Steuerreform seit 1986 münden und Privatleuten wie Unternehmen helfen. Offen ist, ob und wann die Pläne durch den US-Kongress kommen, obwohl Trumps Partei der Republikaner in beiden Kammern die Mehrheit hat. Auch die Gegenfinanzierung ist unklar.

Das auf Haushaltspolitik spezialisierte Institut CRFB errechnete, dass sich die Steuersenkungen innerhalb von zehn Jahren auf insgesamt 5,8 Billionen Dollar belaufen würden. Den Staat dürfte das Vorhaben demnach unter dem Strich 2,2 Billionen Dollar kosten. Es folgt eine Auflistung der wichtigsten Punkte.

Unternehmenssteuern senken

Trump hatte nach seiner Wahl zum US-Präsidenten angekündigt, die Unternehmenssteuer von 35 auf 15 Prozent zu reduzieren. Nun peilt er 20 Prozent an. Kongressabgeordnete halten, wenn überhaupt, 25 Prozent für machbar. Schon jetzt zahlen viele Unternehmen dank Schlupflöchern in den Gesetzen wesentlich geringere Körperschaftsteuern.

Spitzensteuersatz und Zahl der Steuerklassen reduzieren

Gutverdienende Amerikaner zahlen Bundessteuern von bis zu 39,6 Prozent auf ihr Einkommen. Trump will diesen Spitzensteuersatz auf 35 Prozent senken. In der niedrigsten Klasse soll der Satz auf zwölf von zehn Prozent erhöht werden, in der mittleren läge er bei 25 Prozent. Damit verringert sich die Zahl der Steuerklassen auf drei von sieben, was die Steuererklärung für viele US-Bürger vereinfachen würde.

Freibetrag erhöhen

Trump will zudem den Freibetrag verdoppeln. So sollen für einen Alleinstehenden die ersten verdienten 12.000 Dollar steuerfrei sein, für Verheiratete wären es 24.000 Dollar. Zugleich würde aber damit die Zahl derjenigen dramatisch sinken, die Abzüge geltend machen könnten. Hypothekenzinsen oder Spenden sollen aber weiterhin beim Fiskus eingereicht werden können.

Firmenvermögen zurückholen

US-Konzerne haben rund 2,6 Billionen Dollar im Ausland geparkt, um die Unternehmensteuer in den USA zu sparen. Rechtlich ist das möglich, weil im Ausland erwirtschaftete Gewinne nicht versteuert werden müssen, so lange sie nicht in die USA überwiesen werden. Die Republikaner hatten angekündigt, die Firmen mit einem deutlich geringeren Steuersatz zwischen 3,5 bis 8,75 Prozent über acht Jahre dazu zu bringen, ihr Kapital doch wieder in die Heimat zurückzubringen und dort zu investieren.

Kleine Betriebe entlasten

Der Steuersatz für sogenannte "pass-through"-Betriebe soll nach dem Willen der Republikaner von derzeit bis zu 39,6 Prozent auf rund 25 Prozent sinken. Die Bezeichnung für die Firmen leitet sich davon ab, dass anders als bei Konzernen Gewinne oder Verluste direkt an den Eigentümer durchgereicht werden. Schätzungen zufolge sind in den USA rund 95 Prozent der Firmen "pass-through"-Unternehmen, weil sie nur einen Eigentümer haben, kleine Betriebe mit einer begrenzten Zahl von Mitarbeitern oder Personengesellschaften sind.

Experten befürchten, dass aufgrund der neuen Vorschläge Schummeleien und Tricks zur Steuervermeidung zunehmen könnten, weil Steuerzahler womöglich den günstigeren Tarif für sich in Anspruch nehmen wollen.

(Reuters)