Post offen für Diskussion über Erreichbarkeitskriterien

Die Schweizerische Post geht in der Diskussion um die Zukunft des Poststellennetzes einen Schritt auf die Bevölkerung zu. Sie erklärt sich unter Bedingungen bereit, kantonalen statt nationalen Erreichbarkeitskriterien zuzustimmen.
29.09.2017 12:33

Diese Kriterien sehen heute vor, dass Poststellen für 90% der Schweizer Bevölkerung innert 20 Minuten zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sein müssen. Bevölkerung und Politiker aus den Regionen bemängeln, dass dies nichts über die Erreichbarkeit in einzelnen Gemeinden und Regionen aussage.

Die Post stellt ihre Zustimmung zu kantonalen Erreichbarkeitskriterien unter die Bedingung, dass der Hausservice und die Bareinzahlung beim Briefträger mitberücksichtigt werden, wie sie am Freitag mitteilte. Die Post nehme die Anliegen der Bevölkerung ernst und sei bereit, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Grundversorgung zu diskutieren.

ARBEITSGRUPPE SOLL ES RICHTEN

Um für die künftige Ausgestaltung des Postnetzes Lösungen zu finden, hat der Bund eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Ihr gehören Vertreterinnen und Vertreter der Post, der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz, des Städteverbandes, des Gemeindeverbandes, des Gewerbeverbandes und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete an.

Die Arbeitsgruppe tagt im Oktober erstmals unter der Leitung des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM). Die Post teilte weiter mit, sie sei an einer "umfassenden und lösungsorientierten Diskussion" interessiert.

POSTSTELLEN WERDEN ÜBERPRÜFT

Die Gewerkschaft Syndicom kritisierte die Ankündigung der Post als Versuch, die vom Ständerat geforderte Überarbeitung der Postgesetzgebung zu umgehen. Zudem bedauert die Gewerkschaft, dass in der Arbeitsgruppe keine Arbeitnehmenden vertreten seien.

Im Sommer hatte die Post eine Überprüfung des Poststellennetzes angekündigt. Nach den Plänen sind 765 Poststellen in der ganzen Schweiz bis mindestens 2020 gesichert. 459 Filialen will die Post weiter überprüfen und danach über deren Zukunft entscheiden. Zusätzlich will sie 360 neue Zugangsmöglichkeiten schaffen. Die Pläne sorgten für Unmut in der Bevölkerung.

(AWP)