Post und Swisscom erfüllen strategische Ziele - SBB knapp

Die bundesnahen Unternehmen Post und Swisscom haben 2016 die strategischen Ziele erfüllt. Die SBB hat sie insgesamt erreicht. Infrastrukturkosten und die Stabilisierung der Pensionskasse drücken auf die Finanzen.
22.03.2017 13:48

In seinem Bericht zuhanden der Aufsichtskommissionen hält der Bundesrat jedoch fest, dass die Leistungsbilanz der SBB "nach schwierigen Vorjahren wieder besser ausfällt", wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Mittwoch mitteilte.

Gut sind gemäss Bundesrat die Leistungsausweise von Immobilien und Personenverkehr. Die Immobilien - Grundstückverkäufe und Mieterträge - spülten der SBB 2016 denn auch 221 Mio respektive 1,59 Mrd CHF in die Kasse. Insgesamt stieg das Ergebnis bei den Immobilien um 26,3% auf 433 Mio CHF.

Die Infrastruktur hingegen rutschte weiter in die roten Zahlen ab und schrieb 103 Mio CHF Verlust. Insgesamt ereigneten sich 87 Infrastruktur-bedingte Störungen (Vorjahr 133) mit Verspätungen von mehr als 3 Minuten.

"Die finanzielle Lage bleibt trotz einem Anstieg des Konzerngewinns auf 381 Mio CHF herausfordernd", heisst es in der Mitteilung. Die verzinsliche Nettoverschuldung stieg vor allem wegen des Arbeitgeberbeitrags zur Stabilisierung der Pensionskasse um über eine halbe Milliarde auf 8,8 Mrd CHF und erreichte des 7,3-fache des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen (EBITDA).

"Damit wurde auch im zweiten Berichtsjahr der Zielperiode 2015-18 das Eignerziel nicht erreicht", heisst es im Bericht. Der Bundesrat erwartet eine Begrenzung der Nettoverschuldung auf das 6,5-fache des EBITDA.

ZUFRIEDEN MIT DER POST

Mit der Post hingegen zeigte sich der Bundesrat zufrieden. Sie habe auch im vergangenen Jahr "die Grundversorgung mit Postdiensten und mit Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs in guter Qualität und zu angemessenen Preisen erbracht".

Einzig bei den Kooperationen und Beteiligungen sei die Rentabilität der Auslandgesellschaften noch immer deutlich tiefer als diejenige des Konzerns, mahnt der Bundesrat. Sie habe sich gegenüber dem Vorjahr aber leicht verbessert.

Der Bundesrat nahm zur Kenntnis, dass der Personalbestand bei der Post sich 2016 gegenüber dem Vorjahr um 645 Vollzeitstellen verringert hat - davon 458 in der Schweiz. Betroffen waren Poststellen und Verkauf, wegen des fortgeführten Umbaus des Poststellennetzes. Betroffen war aber auch PostMail, wegen der rückläufigen Briefmengen. Weiter wird der Stellenrückgang mit Effizienzsteigerungen begründet.

GUTE NOTEN FÜR SWISSCOM

Auch die Swisscom erhält gute Noten vom Bundesrat. Diese habe 2016 "ihre Stellung als führendes ICT-Unternehmen in der Schweiz verteidigt und eine solide Marktleistung erzielt". Das Unternehmen sei bestrebt, "sich im Markt durch das beste Netz und den besten Service zu differenzieren". Die Kundenzufriedenheit bestätige den Erfolg.

Lobende Worte findet der Bundesrat für die italienische Tochtergesellschaft Fastweb, die sich "ungeachtet des nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfelds im südlichen Nachbarland erfreulich entwickelte".

Die Zahl der Beschäftigten sank 2016 um 593 Vollzeitstellen oder 3,1% auf 18'372 Stellen. Über 90% der vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden fanden vor Ablauf des Sozialplan-Programms wieder eine Beschäftigung.

Allerdings hat Swisscom die Vorgabe des Bundesrates, den Unternehmenswert zu steigern, verfehlt. Grund dafür ist der gefallene Aktienkurs, der dazu führte, dass die Börsenkapitalisierung um rund 2,4 Mrd CHF abnahm.

cf/

(AWP)