PostAuto-Affäre trübt Jahresbilanz der bundesnahen Unternehmen

Post, SBB, Swisscom und Skyguide haben die strategischen Ziele 2018 erreicht. Der Bundesrat hat die Berichte der Unternehmen am Freitag gutgeheissen. Bei der Post stand die PostAuto-Affäre im Vordergrund.
22.03.2019 16:50

Die zu Unrecht bezogenen Subventionen führten zu Rückzahlungen von 188 Millionen Franken und zum Rücktritt von Konzernchefin Susanne Ruoff im Juni 2018. Die Geschäftsleitung von PostAuto wurde ebenfalls ersetzt. Der Konzerngewinn der Post sank um 122 Millionen auf 405 Millionen Franken. Ein Grund für den Rückgang sind die geleisteten Rückzahlungen.

Mit den operativen Leistungen der Post ist der Bundesrat zufrieden. Die Grundversorgung mit Postdiensten und mit Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs habe die Post in guter Qualität und zu angemessenen Preisen erbracht, schreibt er. Die Privat- und Geschäftskunden seien mit der Post zufrieden. Unter Druck ist die Post wegen tiefer Margen im Paketgeschäft und tiefer Zinsen im Anlagegeschäft.

Alle Bereiche ausser PostAuto und PostFinance konnten ihr Betriebsergebnis steigern. Das Poststellennetz hingegen wies ein Defizit von 94 Millionen Franken auf.

Lohn-Obergrenze

Über die Löhne von Konzernleitung, Verwaltungsratspräsident und Verwaltungsrat entscheidet die Generalversammlung. Der Bundesrat legt aber wie bei allen bundesnahen Unternehmen die Obergrenze fest. Bei der Post liegen diese Beträge nur leicht unter jenen des Vorjahres.

Die SBB erzielte 2018 ein Rekordergebnis. Beim Güterverkehr resultierte nach dem grossen Verlust im Vorjahr wieder einen Gewinn. Die Weiterentwicklung von SBB Cargo bleibe aber anspruchsvoll, schreibt der Bundesrat. Unbefriedigend sei auch die Inbetriebnahme der neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr verlaufen.

Positiv hob der Bundesrat die Pünktlichkeit und das hohe Sicherheitsniveau hervor. Die Zufriedenheit des Personals liegt unverändert bei 66 von 100 Punkten.

Swisscom bewegt sich in einem zunehmend gesättigten Markt für Telekommunikations-Dienstleistungen. Der Preiswettbewerb führte im Schweizer Kerngeschäft zu tieferen Umsätzen und Ergebnissen. Mit Kostenkontrolle und Wachstum in anderen Bereichen hat Swisscom die Einbussen kompensieren können.

Auftrag erfüllt

Nach Angaben des Bundesrats investierte Swisscom rund 1,4 Milliarden Franken in die Erneuerung und Erweiterung der Schweizer Netz- und IT-Infrastruktur. Auch die Entwicklung der nächsten Mobilfunkgeneration (5G) werde intensiv vorangetrieben. Swisscom schüttet insgesamt 1,14 Milliarden Franken an die Aktionäre aus, davon fliessen 581 Millionen an den Bund.

Das Flugsicherungsunternehmen Skyguide hat seinen Auftrag nach Ansicht des Bundesrats 2018 vollumfänglich erfüllt. Die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs sei jederzeit gewährleistet gewesen. Die von Skyguide verursachten Verspätungen seien im internationalen Vergleich gering. Auch die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe war laut Bundesrat sichergestellt.

mk

(AWP)

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