Powell ist offenbar Trumps bevorzugter Kandidat für Fed-Spitze

US-Notenbankdirektor Jerome Powell hat nach Medieninformationen im Rennen um den künftigen Chefposten der Fed die Nase vorn. Präsident Donald Trump favorisiere ihn für die Nominierung, berichtete die Finanzagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf Insider.
28.10.2017 09:48

Trump hatte Powell sowie den Ökonomen John Taylor in die engere Wahl genommen. Zugleich sagte er aber auch, er schätze die jetzige Chefin Janet Yellen. Deren Amtszeit läuft Anfang Februar 2018 aus.

Trump bricht in einer Woche zu einer Asienreise auf. Der vom Präsidenten nominierte Kandidat muss noch vom US-Senat bestätigt werden.

Trump sagte in einer Videobotschaft auf Instagram, dass er die Ankündigung für nächste Woche plane. "Es wird eine Person werden, die hoffentlich einen fantastischen Job machen wird. Ich habe jemanden Speziellen im Auge, und ich denke, dass alle sehr beeindruckt sein werden", erklärte Trump.

Mit dem 64-jährigen Powell würde ein Währungshüter an die Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt rücken, der bereits seit Jahren in deren Führungsetage sitzt. "Als Chef dürfte er wohl die Politik der schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik fortsetzen, die Amtsinhaberin Janet Yellen eingeleitet hat", hatten die Volkswirte der UniCredit vor kurzem prognostiziert.

Ein Kompromisskandidat

Yellen und ihre Kollegen haben die Zügel nach einer jahrelange Nullzinsphase angesichts des anhaltenden Aufschwungs in den USA stufenweise gestrafft - auf das aktuelle Leitzinsniveau von 1,0 bis 1,25 Prozent. Sie will es bis zum Jahresende weiter erhöhen, falls es die Konjunkturlage zulässt.

Experten hatten bereits in den vergangenen Tagen Powell als wahrscheinlichsten Kandidaten bezeichnet. Der Jurist und frühere Investmentbanker ist im Führungsgremium der einzige Republikaner - ebenso wie Trump.

Da Powell wohl eher eine Linie wie Yellen fahren würde, die von den Demokraten mitgetragen wurde, gilt er als Kompromisskandidat, der bei in beiden politischen Lagern Anklang finden könnte. Zugleich ist er für eine Lockerung der Dodd-Frank-Gesetze offen: Dieses Regelwerk war die zentrale Lehre aus der Finanzkrise, in der Banken mit Steuermilliarden vor dem Aus bewahrt wurden. Trump hält die Regeln jedoch für überzogen, da sie die Wirtschaft zu stark bremsten.

(AWP)