Prämien steigen 2017 gemäss moneyland.ch stärker als vom BAG angekündigt

Bern (awp/sda) - Gemäss dem Online-Vergleichsdienst moneyland.ch fällt der Krankenkassenprämienanstieg im nächsten Jahr höher aus als das Bundesamt für Gesundheit (BAG) angekündigt hat. Moneyland.ch rechnet mit einem Anstieg von durchschnittlich 5,3%.
27.09.2016 11:16

Die vom BAG prognostizierten 4,5% seien auf der Basis von Standardprämien berechnet worden und hätten wenig Aussagekraft, weil immer mehr Kunden auf ein Sparmodell wechselten, teilte moneyland.ch am Dienstag mit. Der Online-Vergleichsdienst kritisiert, dass das BAG nur den Prämienanstieg für die tiefste Franchise und das Standardmodell publiziere und nicht alle Modelle untersucht habe.

Stärker als beim Standardmodell steigen die Prämien gemäss dem Vergleichsdienst bei den alternativen Sparmodellen Telmed und HMO. Während Schweizerinnen und Schweizer beim Standardmodell im gewichteten Durchschnitt 5 % mehr an Prämien zahlten, seien es beim Telmed-Modell 5,6% und beim HMO-Modell sogar 6,2%.

PRÄMIENANSTIEG STEIGT MIT FRANCHISENHÖHE

Weiter müsse beachtet werden, dass die Prämien mit einer höheren Franchise steigen. Beispielsweise steigen laut moneyland.ch Prämien mit einer 300-Franken-Franchise für Erwachsene durchschnittlich um 4,8%, solche mit einer 2500-Franken-Franchise schon um 6,02%. Bei jungen Erwachsenen sei dieselbe Tendenz zu beobachten.

Moneyland.ch kommt wie das BAG zum Schluss, dass Kinder und junge Erwachsene besonders vom Prämienanstieg betroffen sind. Auch dass die Zahlen je nach Kanton stark variieren, sind sich beide einig.

Aus all diesen Faktoren berechnete moneyland.ch einen allgemeinen Prämienanstieg von 5,3%. Der Online-Vergleichsdienst hat dazu rund 520'000 Prämiendaten der Krankenkassen-Grundversicherung im Jahr 2016 und 2017 ausgewertet.

VERSCHIEDENE FAKTOREN EINBERECHNET

Bei der Berechnung berücksichtigt wurden die unterschiedlichen Prämien je nach Anbieter, Produkt, Kanton, Prämienregion des jeweiligen Kantons, Franchise, Altersgruppe und Versicherungsmodell.

Das BAG hat am Montag eine Prämienerhöhung von 4,5% für nächstes Jahr angekündigt. Die Prämienerhöhung gilt für sogenannte Standardprämien - die Grundversicherung einer erwachsenen Person mit 300 CHF Franchise und Unfalldeckung.

Die Krankenkassenprämien sind seit der Einführung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Jahr 1996 jedes Jahr angestiegen, in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 3,6%.

Lag die Durchschnittsprämie bei der Einführung noch bei 173 CHF pro Monat, sind es im nächsten Jahr bereits 447 CHF. Das BAG begründet dies mit der demografischen Entwicklung, dem medizinisch-technischen Fortschritt und Mengenwachstum.

(AWP)