Präsident Xi: Chinas Wachstum hängt an Reformen

Hangzhou (awp/sda/reu/dpa) - China hat seine Bereitschaft zu Wirtschaftsreformen und einer Rückführung der Überproduktion unterstrichen. "Wir sind auf Reformen angewiesen, um eine Wachstumsrate im mittleren bis hohen Bereich zu behalten", sagte Präsident Xi Jinping am Samstag vor Wirtschaftsvertretern.
03.09.2016 13:31

"Die Reformschritte werden vorangetrieben, nicht abgeschwächt", sagte der chinesische Präsident. Eine auf Innovation und grüne Entwicklung fokussierte Entwicklungsstrategie werde umgesetzt. Dazu gehöre auch der angekündigte Kapazitätsabbau insbesondere in der Stahl- und Kohleindustrie, auf den USA und EU dringen.

"Wir werden unsere Versprechen halten", betonte Xi im Vorfeld des Gipfeltreffens der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) in der chinesischen Stadt Hangzhou.

Europäische Industrieunternehmen forderten die Staats- und Regierungschefs am Samstag dazu auf, das Treffen zu nutzen, um Chinas gewaltige Überkapazitäten zu thematisieren. "Chinas Überproduktion und Überkapazitäten gefährden global Unternehmen und zerstören Jobs in aller Welt", kritisierte der europäische Industrieverband AEGIS in einer Mitteilung.

Chinas staatlich gesteuerte Schwerindustrie leidet unter der schwächeren Konjunktur weltweit und im eigenen Land. Praktisch alle wichtigen Industriezweige in China betreiben derzeit deutlich mehr Fabriken als ökonomisch notwendig. Europa, die USA und auch Japan werfen China schon länger vor, Stahl und andere Waren zu Dumping-Preisen zu exportieren, um die Überkapazitäten im eigenen Land zu lindern.

Wirtschaft ankurbeln

Am G20-Treffen in Hangzhou wollen die Staats- und Regierungschefs am Sonntag und Montag nach Wegen suchen, der Weltkonjunktur neuen Schwung zu verleihen.

Zur Belebung von Handel und Investitionen müssten geld- und haushaltspolitische Schritte mit Strukturreformen verknüpft werden, sagte Xi. Isolationismus könne die Probleme der Weltwirtschaft nicht lösen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Herausforderungen durch Flüchtlingskrise, Klimawandel und Terrorismus.

Chinas wächst noch immer schneller als die meisten anderen Länder der Welt. Mit 6,7 Prozent lag das Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr jedoch so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr.

(AWP)