Presse: Britische Firmen müssen mehr für Nicht-EU-Ausländer zahlen

Premierministerin Theresa May will nach Medienberichten die Zuwanderung von Nicht-EU-Ausländern nach Grossbritannien finanziell unattraktiver machen. Unternehmen werden demnach künftig für die Beschäftigung von betreffenden Fachkräften verstärkt zur Kasse gebeten; die Nicht-EU-Ausländer müssen ausserdem mehr für Leistungen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) zahlen. Das geht nach Angaben britischer Medien aus dem Wahlprogramm der Konservativen hervor, das May am Donnerstag vorstellen wird.
18.05.2017 06:38

"Eine zu schnelle und zu hohe Einwanderung erschwert den Aufbau einer Gesellschaft, die zusammenhält", zitiert der Sender BBC die Premierministerin. Britische Arbeitgeber, die Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland einstellen, müssen dem Bericht zufolge künftig eine doppelt so hohe Abgabe pro Person bezahlen wie bislang.

Erst seit April wird in Grossbritannien die "Immigration Skills Charge" erhoben. Die Abgabe gilt nur für die Einwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten und beträgt pro Jahr 1000 Pfund (etwa 1166 Euro). Dieser Betrag soll sich verdoppeln. Die Einnahmen sollen zur Qualifizierung britischer Arbeitskräfte genutzt werden.

Viele britische Rentner müssen laut "Telegraph" mit Einbussen rechnen. So sollen künftig nur noch Bedürftige einen staatlichen Heizkosten-Zuschuss erhalten, zitiert das Blatt aus dem Wahlprogramm.

Die Briten wählen am 8. Juni vorzeitig ein neues Parlament. May will sich so mehr Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen mit Brüssel verschaffen. Die Konservativen liegen in Prognosen weit vor der oppositionellen Labour-Partei. Die Premierministerin will auch die Zahl der über drei Millionen EU-Ausländer im Land reduzieren. Zu ihrem Schicksal wurden noch keine Angaben in den Berichten gemacht./si/DP/zb

(AWP)