Presse: Deutschland und Frankreich wollen von May bei Brexit über 100 Mrd. Euro

Die Europäische Union könnte einem Pressebericht zufolge bei den Brexit-Verhandlungen eine finanzielle Forderung an Grossbritannien von über 100 Milliarden Euro aufrufen. Wie die "Financial Times" (Mittwoch) schreibt, gehe die deutlich höhere Summe vor allem auf Deutschland und Frankreich zurück. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte am Samstag vor dem EU-Gipfel noch von einer "vorsichtigen Einschätzung" gesprochen, dass es um bis zu 60 Milliarden Euro geht.
03.05.2017 07:05

Wie die 'FT' weiter berichtet, haben die EU-Verhandlungsführer in Reaktion auf Anfragen von mehreren EU-Mitgliedsländern ihre ersten, ursprünglichen Kalkulationen überarbeitet und dabei die maximalen Forderungen erstellt.

Bei den Zahlungen geht es um die Schlussrechnung für Grossbritannien zu Verpflichtungen nach über 40 Jahren EU-Mitgliedschaft. Dazu zählen Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamten und etliches mehr. Die britische Regierung lehnt es ab, nach dem Brexit weiter grosse Summen an die EU zu überweisen. Dies dürfte ein grosser Streitpunkt in den Verhandlungen über den EU-Austritt Grossbritanniens werden, die nach der britischen Parlamentswahl am 8. Juni beginnen sollen. London hatte Ende März die Trennung von der EU beantragt.

Die EU hatte unterdessen ihre Linie für die Brexit-Verhandlungen mit London am Samstag auf einem Gipfel festgelegt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte deutlich gemacht, dass die EU vor allem im Streit über die Schlussrechnung für Grossbritannien hart bleiben will./stk/stb

(AWP)