Presse: EU-Kommission will Konsumenten an Kosten für schnelle Netze beteiligen

BRÜSSEL/DÜSSELDORF (awp international) - Die EU-Kommission will laut einem Pressebericht in ihren neuen Regeln für den Telekommunikationsmarkt den Verbraucher stärker belasten. So sollen Kunden unter anderem über längere Vertragslaufzeiten an einen Anbieter gebunden werden können, berichtet das "Handelsblatt" ("HB"/Montagausgabe) unter Berufung auf einen Entwurf für eine neue EU-Richtlinie. Laufzeiten von mehr als den bisher erlaubten zwei Jahren würden damit möglich, betroffen wären im Zweifel alle Kunden, die neue Breitbandanschlüsse bestellten, hiess es weiter. So sollen Anbieter besser kalkulieren können, wie und ob sie das Geld für den Netzausbau wieder einspielen können.
22.08.2016 08:52

Verbraucherschützer kritisierten den Entwurf in der Zeitung. "Längere Vertragslaufzeiten für Verbraucher sind eine ungerechtfertigte Zumutung", sagte der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller. Aus Kommissionskreisen erfuhr das Blatt, die Pläne für längere Vertragslaufzeiten zielten nur auf Kunden ab, die sich ohnehin etwa über Sammelaufträge an den Ausbaukosten eines lokalen Anbieters beteiligten. Das schaffe mehr Planungssicherheit./men/she/stb

(AWP)