Presse: Keine russische Spur nach mutmasslichem Angriff auf US-Stromversorger

BERLIN (awp international) - Der mutmassliche Hackerangriff auf einen Stromversorger im US-Bundesstaat Vermont ging laut einem Medienbericht offenbar doch nicht von Russland aus. Ermittler hätten keine Indizien gefunden, die den Vorfall auf die russische Regierung zurückführen liessen, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf Experten und Behördenvertreter. Die Zeitung hatte zuvor von dem Vorfall und auch von dem Verdacht berichtet, dass die russische Regierung dahinter stehen könnte.
03.01.2017 16:03

Dem Bericht zufolge stellte sich nun heraus, dass ein Mitarbeiter des Burlington Electric Departments vergangenen Freitag über einen Laptop nur seine Yahoo-Mails aufgerufen habe. Das habe zum Alarm geführt, da das Unternehmens-Netzwerk eine angesteuerte IP-Adresse als verdächtig einstufte. Die vermeintlich schadhafte Adresse sei aber auch vielfach landesweit aufgerufen worden, hiess es. Deshalb gingen die Ermittler davon aus, dass der Stromversorger nicht Ziel russischer Hacker wurde.

Anders als ursprünglich von der "Washington Post" berichtet, sei das landesweite Stromnetz nicht über Burlington Electric angegriffen worden, berichtigte nun die Zeitung. Laut Aussage des Betreibers sei der kompromittierte Laptop nicht an das Netz angeschlossen gewesen. Bereits vergangenen Samstag hatte ein Burlington-Electric-Manager Entwarnung gegeben, die Stromversorgung sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen.

Auf dem Gerät fanden die Ermittler laut "Washington Post" jedoch Software-Werkzeuge, die Kriminelle gern für Hacker-Angriffe nutzten. Anders als zunächst von Unternehmenssprechern behauptet, seien bei dem Software-Paket jedoch keine Spuren zu russischen Hackern erkennbar gewesen. Die Ermittlungen dauerten an, hiess es.

Die US-Regierung hat wiederholt russischen Geheimdiensten vorgeworfen, hinter Hackerangriffen während des US-Wahlkampfes zur Präsidentschaft zu stecken und stützte sich dabei auf vermeintliche Erkenntnisse von US-Geheimdiensten. Russland bestritt die Vorwürfe stets. Erst vergangene Woche wies der scheidende US-Präsident Barack Obama 35 russische Diplomaten aus./gri/DP/jha

(AWP)