Presse: Trumps Chefstratege Bannon verlässt das Weisse Haus

Donald Trumps umstrittener Chefstratege Stephen Bannon verlässt das Weisse Haus. Das habe der US-Präsident mehreren seiner Berater anvertraut, berichtete am Freitag unter anderem die "New York Times" unter Berufung auf zwei nicht genannte Quellen im Weissen Haus. Der genaue Zeitpunkt des bevorstehenden Abgangs war zunächst unklar. Auch ob Bannon selbst die Reissleine zog oder ob Trump ihn entlässt, war offen.
18.08.2017 19:13

Der 63-Jährige gilt als vehementer Vertreter der nationalistischen Wirtschaftspolitik des Präsidenten. Bannon hatte Mitte der Woche im Gespräch mit einem Journalisten die Nordkorea-Politik Trumps konterkariert, indem er eine militärische Option zur Lösung des Konflikts kategorisch ausschloss.

Bannon war zudem seit geraumer Zeit in den Verdacht geraten, vertrauliche Details aus dem Weissen Haus an Medien weitergegeben zu haben. Zu seinen internen Widersachern gehören die moderateren und wirtschaftsliberalen Kräfte im Team um Trump, wie dessen Schwiegersohn Jared Kushner, Wirtschaftsberater Gary Cohn und Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster.

Bannon gilt gemeinsam mit Stephen Miller als Architekt der "America-First"-Strategie Donald Trumps. Der Mitgründer der erzkonservativen Internet-Plattform Breitbart war vor Beginn der Endphase des Wahlkampfs 2016 zum Team-Trump gestossen. Ihm wird ein massgeblicher Anteil am Wahlsieg Trumps zugeschrieben.

Der Abgang Bannons ist der Höhepunkt einer extrem turbulenten Woche im Weissen Haus, in der Trump vor allem wegen seines Umgangs mit gewalttätigen Rechtsextremisten in der Stadt Charlottesville ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war. Die umstrittene Haltung Trumps, die Extremisten nicht eindeutig zu verurteilen, war weltweit auf Kritik gestossen./dm/DP/men

(AWP)