Presse: UBS muss Investmentbank mit Londoner Sitz wohl neu aufstellen

Zürich (awp) - Die UBS muss ihre Investmentbank mit Sitz in London nach dem Brexit-Votum nun wohl neu aufstellen. Das schreibt die "Handelszeitung" (Vorabdruck zur Ausgabe vom 30.06.). Die UBS Limited unter Chef Andrea Orcel unterhalte nämlich ein eigenes Filialnetz in anderen Ländern der EU - etwa in Deutschland, Polen oder den Niederlanden. Diese Zweigstellen seien nach dem Brexit nun rechtlich infrage gestellt, so die "HaZ". Denn das Vereinigte Königreich könnte den Zugang zum EU-Finanzmarkt ganz oder teilweise verlieren.
29.06.2016 16:59

Die Lage sei unklar, sagte Günther Dobrauz, Experte für Finanzmarktregulierung beim Beratungshaus PwC, gegenüber der Zeitung. Es gebe EU-Vorschriften, die im britischen Recht umgesetzt wurden. Andere Vorschriften wie die Mifid-Regulierung entstammten direkt dem EU-Mitgliedschaftsvertrag: "Wenn der gekündigt wird, fällt man regulatorisch in ein schwarzes Loch."

Die UBS will sich zum aktuellen und zukünftigen Set-up ihrer Investmentbank gegenüber der "Handelszeitung" nicht äussern und liess verlauten: Als Schweizer Unternehmen sei man es gewohnt, das Geschäft auf Veränderungen vorzubereiten, so wie es dem demokratischen Willen der Öffentlichkeit entspricht.

Im Jahr 2015 generierte die UBS Limited ein operatives Ergebnis von 727 Mio GBP. Insgesamt beschäftigt die Schweizer Grossbank rund 5'500 Mitarbeiter in Grossbritannien.

mk/yr

(AWP)