Presse: USA wollen weniger an die Nato zahlen

Die US-Regierung will einem Medienbericht zufolge ihre direkten Zahlungen an die Nato kürzen. US-Vertreter hätten in Nato-Gremien einen entsprechenden Vorstoss angekündigt, berichten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag) unter Berufung auf einen Nato-Diplomaten. "Im Zuge der Debatte über die Lastenteilung haben US-Vertreter deutlich gemacht, dass auch über die direkten Beiträge des Landes an die Nato zu reden sei", sagte der Diplomat den Zeitungen. Zu rechnen sei mit dem Vorstoss im Herbst.
06.09.2018 18:47

Nato-Vertreter wollten den Bericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen. US-Präsident Trump hatte die Verbündeten zuletzt immer wieder gedrängt, rasch mehr für Verteidigung auszugeben und das Nato-Ziel von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erfüllen.

Zur Debatte stellen die USA dem Bericht zufolge den Verteilschlüssel bei den direkten Zahlungen an die Nato - für laufende Kosten wie den Unterhalt des Nato-Hauptquartiers, die Löhne der Nato-Bediensteten oder Computer. In diesem Jahr liegt das gemeinsame Budget bei rund 2,3 Milliarden Euro, die Beiträge sind an das Bruttonationaleinkommen der einzelnen Länder gekoppelt.

Die USA zahlen rund 22,1 Prozent des Gesamtbudgets, Deutschland kommt für 14,7 Prozent der laufenden Kosten auf. Der amerikanische Beitrag ist bereits gedeckelt. Wäre er, wie alle anderen, an das Bruttonationaleinkommen gekoppelt, läge der Beitrag deutlich höher. In den kommenden Wochen stehen Verhandlungen über den nächsten Nato-Haushalt an./wim/DP/jha

(AWP)